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Svoboda: "Vienna hat so viele Sympathisanten wie Rapid Fans"

kicker

Die Vienna will 2026 den Aufstieg in die Bundesliga schaffen. Vom Fanpotenzial gehöre der Traditionsklub ins Oberhaus, sagte Präsident Kurt Svoboda vor dem Heimauftakt gegen Austria Salzburg am Freitag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker). "Die Vienna hat so viele Sympathisanten in Österreich, wie Rapid Fans hat", meinte er. In vielen Belangen sei der Zweitligist schon jetzt erstklassig. Für die Hohe Warte trifft das aber nicht zu: Beim Aufstieg müssten die Döblinger vorübergehend ausweichen.

Denn an der 1921 eröffneten Naturarena, dem einst größten Stadion Europas, nagt der Zahn der Zeit. Für das Bundesliga-Gütesiegel fehlt aktuell die Rasenheizung, und es bräuchte eine überdachte Gästetribüne. Zudem ist die Flutlichtanlage zu schwach. "Der letzte Schritt wird der sein, dass man die Hohe Warte, wie man sie kennt und wie sie sich jetzt darstellt, modernisieren muss", sagte Svoboda, der seit 2022 als Präsident amtiert. "Weil ich kann nicht ein erstligataugliches Stadion betreiben und gleichzeitig sagen, die Naturtribüne ist heilig. Natürlich muss die Modernisierung aber ohne Zweifel ins bestehende Gelände passen."

Konstruktiver Austausch mit Stadt Wien

Eigentümerin des Stadions ist die Stadt Wien, mit der die Vienna laut Svoboda "in einem sehr konstruktiven" Austausch ist, wenngleich man sich beim Umbau raschere Fortschritte wünschen würde. Die Stadtregierung wiederum will nichts über den Zaun brechen. Abgeschlossen würde die Renovierung nach aktuellem Stand frühestens im zweiten Halbjahr 2027 sein. Schaffen es die Blau-Gelben davor in die Erstklassigkeit, müsste man ein anderes Stadion in Wien oder dessen Umkreis bespielen. Die Möglichkeiten sind begrenzt.

Die Vienna gilt in diesem Jahr neben Admira Wacker und Austria Lustenau als Favorit in der zweithöchsten Spielklasse. Im Trainerteam hat Mehmet Sütcü nun Unterstützung von Alexandar Gizow, der Bulgare war in der Vorsaison für zehn Spiele St.-Pölten-Chefcoach. Dazu kam ein gutes Dutzend neue Spieler, darunter Marco Djuricin, Benjamin Rosenberger, Niklas Szerencsi, Osarenen Okungbowa oder Lucas Dantas. "Ich sage, ich habe lieber ein Star-Team als ein Team von Stars", erklärte Svoboda, der bei Vienna-Hauptsponsor UNIQA als Finanzchef im Vorstand sitzt.

Punkto Fankultur "schon vorbildlich"

In der Saison 2024/25 belegte die Vienna den fünften Platz nach Rang drei im Vorjahr. Würden die Wiener die Bundesliga-Rückkehr - zuletzt spielte man 1991/92 "oben" - neuerlich verpassen, wäre das auch kein Beinbruch. Das Umfeld ist stabil, die Finanzen auch dank UNIQA und der ImmoUnited von Vizepräsident Roland Schmid gesichert. Es gebe keine Casino-Mentalität, bekräftigte Svoboda. "Der Typ bin ich nicht. Das ist nicht mein Stil."

Der 58-Jährige, der vor einem Jahr als möglicher neuer ÖFB-Präsident ins Spiel gebracht wurde, sieht sich selbst als Netzwerker im Hintergrund. Die UNIQA hat im Sport auch andere Sponsoring-Plattformen wie den ÖFB-Cup, das ÖFB-Nationalteam und den Österreichischen Skiverband (ÖSV), man setze dabei auf Werte wie Gemeinschaft, Jugend und Nachhaltigkeit. Als der Versicherungskonzern 2017 begann, sich bei der Vienna zu engagieren, war diese "ein Verein, der quasi gelebt hat von vielen Freiwilligen, von einer Family-Kultur und von Unterstützern auf allen Ebenen".

Mittlerweile sei die Transformation schon weit fortgeschritten. Die Vienna brauche den Vergleich mit Bundesligisten nicht scheuen. Als erster Profi-Fußballclub in Österreich hat man einen Wald angelegt, der wächst in der Nähe von Hainburg. Die Vienna-Frauen zählen zu den stärksten Teams in Österreich, wollen in dieser Spielzeit einen Europacup-Platz. "Sicherlich müsste man noch das eine oder andere überdenken und erweitern, in den Bereichen Marketing, Ticketing und dergleichen. Aber das sind eher Ressourcenfragen und nicht Qualitätsthemen", erläuterte Svoboda. "Von der Fankultur, von der Fanszene, würde ich sagen, dass wir schon vorbildlich sind."

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