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"Tat in der Seele weh": Friedberg zieht die Lehren aus dem Aufstiegsdrama

kicker

Mit zwei an Spektakel und Dramatik kaum zu überbietende Relegationspartien beendete Türk Gücü Friedberg die Saison 2024/25. Wenige Wochen nach dem nur knapp verpassten Aufstieg bereitet sich der Hessenligist nun auf die neuen Aufgaben vor - am vergangenen Dienstag bat Trainer Enis Dzihic zum Auftakt. "Wir müssen versuchen, die Belastung zu steuern und das Beste daraus zu machen", erklärt der 50-Jährige.

Schließlich war seine Elf noch bis zum 9. Juni im Einsatz. Mit einem furiosen Endspurt und fünf Siegen in Folge hatte Friedberg die reguläre Serie beendet. Dank des Verzichts des FSV Fernwald auf den Aufstieg nahm der Tabellendritte anschließend an den Aufstiegsspielen zur Regionalliga Südwest teil. Förmlich vom Platz gefegt wurde dabei zunächst die Reserve des 1. FC Kaiserslautern, der Vizemeister der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar: Vor fast 2.000 Zuschauern im heimischen Burgfeldstadion hieß es am Ende 6:0.

Last-Minute-K.o gegen Balingen

In der folgenden Partie holte TGF zunächst einen 0:2-Rückstand bei der TSG Balingen auf - musste aber in der 90. Minute noch das 2:3 hinnehmen und dem Gegner damit den Vortritt lassen. "Mir als Trainer tat es in der Seele weh für die Jungs", betont Dzihic, der die Mannschaft schon 2024 dank einer starken Saison in die Relegation geführt hatte.

Seinerzeit setzte sich der Göppinger SV durch. In Sachen Motivation für zukünftige Herausforderungen verweist er auf einen prominenten Kollegen: "Jürgen Klopp ist mit Mainz mehrmals nicht aufgestiegen und hat immer weitergemacht. Wir werden auch weitermachen und wir werden gestärkt daraus hervorgehen."

„Uns haben elementare Spieler verlassen. Wir müssen schauen, wie wir das verkraften.“ (Kapitän Daniel Henrich)

Mit zwei Erfolgen ist Türk Gücü nun in die Vorbereitung gestartet. Sowohl der SKV Beienheim (Kreispokal) als auch der VfR Groß-Gerau (Testspiel) wurden mit 3:1 geschlagen. In die Torschützenliste konnte sich dabei unter anderem Neuzugang Amir Jaouadi (FC Gießen U 19) eintragen. Ebenfalls neu im Team sind Keeper Philipp Bagus (SV Steinbach), Marco Filges (Sportfreunde Seligenstadt), Aleksej Radulaski (FC Kalbach) und die beiden Ex-Gießener Yassine Maingad und Keanu Hagley. Letzterer trug schon von 2019 bis 2021 das TFG-Trikot.

Zudem wurde die Verpflichtung von Selim Gündüz publik. Der 31-Jährige absolvierte 53 Zweitligapartien für den VfL Bochum und Darmstadt 98; zuletzt lief er für Türkspor Dortmund auf.

Ersetzt werden müssen künftig Patrick Schorr, Demyan Imek und Felix Koob, die es allesamt zu Ligarivale FC Eddersheim gezogen hat, sowie Jiraphat Pummarrin (Ziel unbekannt). "Uns haben elementare Spieler verlassen. Wir müssen schauen, wie wir das verkraften", erklärt Kapitän Daniel Henrich.

Drei Titelfavoriten

Optimistisch stimmen ihn die ersten Eindrücke aus der Vorbereitung: "Wir haben Jungs dazugewonnen, die Qualität haben. Aber es braucht natürlich seine Zeit, um sich zu finden und sich einzuspielen." Weit oben in der Tabelle erwartet der 33-Jährige Eintracht Frankfurt II, Meister FSV Fernwald oder auch Eintracht Stadtallendorf. "Wir werden unser Gerüst ein bisschen neu aufbauen und schauen, was möglich ist." Trotz des unglücklichen Ausgangs der Relegation denkt der ehemalige Offenbacher gern an die vergangene Spielzeit zurück: "Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Wir haben als Mannschaft und Verein so viel zusammen erlebt - das ist einmalig."

„Es ist die stärkste Hessenliga, seit ich hier Trainer bin.“ (Enis Dzihic)

Zum Trumpf könnte erneut die Treffsicherheit von Noah Michel und Toni Reljic werden. Während Erstgenannter sich die ligainterne Torjägerkanone sicherte (26 Tore), landete Reljic mit 21 Toren auf dem dritten Platz. "Es ist die stärkste Hessenliga, seit ich hier Trainer bin. Ich erwarte über die ganze Saison eine enge Konstellation", sagt Dzihic.

Der TGF-Coach will mit seinem Team wieder oben mitspielen: "Wenn wir unter die ersten Drei kommen, ist das ein Erfolg." Anspruchsvolle Aufgaben erwarten Friedberg gleich zum Start (Dzihic: „Danach wissen wir, wo wir stehen!“). Nach dem Auftakt gegen den SV Darmstadt 98 II (2. August) gastieren Michel, Reljic und Co. dann bei Rot-Weiß Walldorf. Es folgen Heimpartien gegen die Regionalliga-Absteiger FC Gießen sowie Eintracht Frankfurt II.