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TuS Dassendorf: Waldorf, Statler - und Özden Kocadal

kicker

Man schrieb das Jahr 2001, als Peter Martens nach sieben Jahren sein Traineramt bei der TuS Dassendorf an Jan Schönteich abgab. Sechs davon hatte Schönteich noch als Spieler auf dem Platz gestanden. 2012 übernahm Schönteich nochmal für dreieinhalb Jahre das Amt, eher er es wieder abgab - an: eben Peter Martens. Dieser sprang mit seinem kongenialem Partner Thomas Hoffmann auf speziellen Wunsch des inzwischen zum Sportchef aufgestiegenen Schönteich in der Saison 2022/23 sogar noch ein drittes Mal ein.

Am Freitagabend standen die beiden Dassendorfer Urgesteine gemeinsam hinter der Bande und begleiteten den (möglichen) Beginn einer neuen Ära. Manchmal wohlwollend, manchmal kritisch, manchmal flachsend - aber am Ende glücklich mit dem 4:0-Erfolg im Ost-Derby gegen Aufsteiger Curslack-Neuengamme.

Und sie standen - ein bisschen an Waldorf & Statler erinnernd - körperlich und wörtlich hinter dem neuen Trainer Özden Kocadal, der seine Heimpremiere feierte, sich in der verschworenen Dorfgemeinschaft aber erstmal freischwimmen muss. "Es ist schon etwas anderes, ob man hier oder in Eimsbüttel an der Linie steht", konstatierte der 41-Jährige, der sechs Jahre lang den Underdog HEBC im dicht besiedelten Hamburger Uni-Viertel coachte, aufstieg und zuletzt mit dem absoluten Amateurverein sensationell die Ränge fünf und sieben belegte.

Ein echter Oberliga-Experte

Endlich mal kein großer Name in Dassendorf wie Oliver Schweißing, Marcus Marin, Thomas Seeliger oder Elard Ostermann, wo doch die Profi-Vergangenheit offensichtlich manchmal blendete. Endlich mal ein echter Oberliga-Experte, der dort schon seit 2006 (lange Jahre als Abwehrchef beim Niendorfer TSV) aktiv ist. "Kocadal war unser Wunschtrainer", betont Jan Schönteich. Das war bereits 2023 so, als die Verhandlungen jedoch scheiterten. Erst so kam Ex-Profi Seeliger ins Amt, aber als der im November 2024 nach diversen Niederlagen inklusive Pokal gehen musste, "musste" Kocadal ja kommen. Denn er hatte längst seinen Abschied beim HEBC verkündet.

Doch trotz der Perspektive, mit Dassendorf sofort um den Titel mitspielen zu können, blieb Kocadal in Eimsbüttel. Schließlich gilt für ihn ein Handschlag bis zum Ende, außerdem wurde der Lehrer im Frühjahr zum dritten Mal Vater. So überließ er Interims-Spielertrainer Martin Harnik den verdienten Glanz einer herausragenden Rückrunde, die in der 85. Minute des letzten Spieltags TuS tatsächlich dank des besseren Torverhältnisses auf Platz eins führte, ehe Konkurrent Altona 93 doch noch mit drei Treffern vorbeizog.

Harnik will noch mal Meister werden

An den 82 Punkten der Vorsaison wird sich Kocadal allerdings nicht messen lassen - das machen weder Schönteich noch Harnik, der aber weiterhin als Torjäger zur Verfügung steht. Schließlich möchte der Österreicher, nachdem er dreimaliger Torschützenkönig der Oberliga war, nach 2022 noch einmal Meister werden. Noch nie hatte ein Hamburger Vizemeister so viele Punkte auf dem Konto, und nur einmal holte Dassendorf mehr Zähler: 2017/18 waren es 96 bei nur zwei Saisonniederlagen, sogar ohne Unentschieden. Trainer damals: Peter Martens.

So legendär muss Kocadal ja noch lange nicht sein, aber immerhin ist sein Start nach dem 8:1 am Dienstagabend bei HT 16, wo er nochmal von Vorgänger Harnik vertreten wurde, mit sechs Punkten aus drei Partien durchaus ziemlich okay verlaufen.