Obwohl ihr Klub erstmals überhaupt im Europapokal antreten darf, hielt sich unter den Crystal-Palace-Fans die Vorfreude auf die Auslosung der Conference-League-Play-offs an diesem Montag in Nyon in Grenzen. Ihr Blick geht vielmehr eine Woche weiter.
Für den nächsten Montag nämlich ist mit einer Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in der Angelegenheit zu rechnen, die Palace in diesem Sommer in Atem hält. Die Londoner hatten sich als überraschender FA-Cup-Sieger erstmals sportlich für die Europa League qualifiziert, wurden von der UEFA aber wegen eines Verstoßes gegen die "Multi-Club Ownership"-Regeln in die Conference League zurückgestuft.
Dagegen wehrt sich der Arbeitgeber von Trainer Oliver Glasner seitdem nicht nur öffentlich, sondern auch rechtlich mit dem Gang vor den CAS, der für diesen Freitag eine Anhörung anberaumt hat. Die Zeit drängt, schließlich würde Palace als Conference-League-Teilnehmer bereits am 21. August erstmals in den Wettbewerb eingreifen.
Palace informiert die Fans nur nüchtern
Am Montag loste die UEFA den Eagles für die Play-offs schon mal den Verlierer des Duells zwischen Fredrikstad FK (Norwegen) und dem FC Midtjylland (Dänemark) in der 3. Runde der Europa-League-Qualifikation zu, versah das Los aber mit einem Sternchen: "Die Teilnahme von Crystal Palace FC ist Gegenstand eines anhängigen Gerichtsverfahrens", lautete der zugehörige Hinweis. Auch der Klub selbst informierte nur nüchtern über das womöglich erste Europapokalspiel der Klubhistorie.
Hintergrund des Ärgers ist, dass Palace-Co-Eigentümer John Textor bis vor Kurzem gleichzeitig bei Europa-League-Starter Olympique Lyon Hauptanteilseigner war und die Klubs es bis zur Deadline am 1. März versäumt hatten, die Mehrheitsverhältnisse zu klären und etwa Anteile in einen Blind Trust zu legen. Damals hatte bei Palace noch niemand damit gerechnet, sich für den Europapokal zu qualifizieren.
Für die Eagles rückt nach derzeitigem Stand Nottingham Forest in die Europa League nach, das sich als Vorjahressiebter eigentlich für die Conference-League-Play-offs qualifiziert hatte.