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Uluc fordert Geduld in Jena: "Erst der Kampf, dann das Spielerische"

kicker

Uluc lobt seine Schützlinge: "Wir sind mit hoher Intensität angelaufen, haben Zehlendorf früh gestört und zu Fehlern gezwungen. Dazu standen wir defensiv sehr stabil", analysiert er.

Tatsächlich scheinen die Thüringer ihr großes Problem der Vorsaison endlich in den Griff bekommen zu haben. Da kassierten die Jenaer 45 Gegentreffer - was ein Grund war, warum der FC Carl Zeiss Jena am Ende nicht um die Meisterschaft mitspielen konnte. Zum Vergleich: Titelträger Lok Leipzig stand deutlich besser in der Abwehr, fing sich nur 24 Gegentreffer und wurde so Meister. Daraus haben die Jenaer gelernt, an ihrem Defensivverhalten gearbeitet. "Es war unser zweites Heimspiel und wir haben das zweite Mal zu null gespielt", weiß Uluc. Und auch im Angriff läuft es endlich. Die vier Tore gegen Zehlendorf waren dahingehend ein Ausrufezeichen an die Liga.

„Wenn du als Favorit gegen einen Underdog nicht den Kampf annimmst, erlebst du dein blaues Wunder.“ (Volkan Uluc)

Noch ist Carl Zeiss Jena allerdings mitten im Umbruch. "Und zwar in einem größeren, als wir uns das erhofft hatten. Unsere komplette Angriffsreihe hat uns verlassen. Es ist klar, dass alles von heute auf morgen nicht so reibungslos klappt", sagt der Zeiss-Coach. Es ist ein Prozess, in dem sich die Thüringer noch lange befinden werden. "Will man nach fünf Spielen ein Fazit ziehen, fällt es positiv aus. Wir entwickeln hier etwas", erklärt Uluc.

Auch solche Siege wie gegen Zehlendorf seien kein Selbstläufer, weiß der Fußball-Lehrer: "Es braucht das Kämpferische. Ohne das geht es nicht. Wenn du als Favorit gegen einen Underdog nicht den Kampf annimmst, erlebst du dein blaues Wunder."

Erst der Kampf, dann die spielerischen Akzente

Uluc fordert Geduld ein - auch im Hinblick auf die dargebotenen spielerischen Akzente. Die könnten noch gar nicht auf dem Level sein, was die Mannschaft schlussendlich draufhabe. Vorher aber müssten andere Tugenden her: "Wir müssen uns in die Saison reinkämpfen, reinbeißen und nicht immer auf die spielerische Qualität verlassen", sagt Uluc.

Dass man diese besitze, sei zweifelsfrei klar. Das Personal ist im Vergleich zum Vorjahr größtenteils ausgetauscht, Carl Zeiss mit Sportdirektor Miroslav Jovic setzte bei den Neuzugängen vorwiegend auf Erfahrung. Und schon jetzt zeigt sich, wie wichtig beispielsweise Moritz Fritz ist. Der räumt mit all seiner Routine vor der Abwehr vieles ab - hilft damit auch Eigengewächs Maxim Hessel, der als Innenverteidiger von Woche zu Woche stärker wird.

Bleibt die Ruhe an den Kernbergen erhalten, können die Thüringer schon in dieser Saison ganz oben angreifen. Noch aber braucht es Zeit, bis alle Rädchen ineinandergreifen. Am kommenden Dienstag (19 Uhr) geht es nach Leipzig zur BSG Chemie. Auch da gilt das Credo: "Erst den Kampf annehmen, dann das Spielerische", erklärt Uluc.