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Und dann kam Stripfing …

kicker

Die Saison des SK Rapid

Was hätte das für eine Rapid-Saison werden können? In der Abwehr grätschten Nenad Cvetkovic und Serge-Philippe Raux-Yao alles weg, im Mittelfeld schlug das große Herz von Mamadou Sangaré, auf dem Flügel flitzte Isak Jansson den Gegnern um die Ohren und im Sturm stellte Dion Beljo jedesmal auf 1:0. Sturm geschlagen. Salzburg geschlagen. Das Derby gewonnen. Und dann kam Stripfing.

Moment der Saison: Cup-Out gegen Stripfing

"Das wird uns nicht umhauen", glaubte Robert Klauß nach dem blamablen Cup-Aus gegen Stripfing noch an einen einmaligen Ausrutscher - der noch dazu auf die Kappe der reinrotierten B-Garnitur ging. Im Rückblick wird deutlich, dass sich die bis dahin über weite Strecken famosen Rapidler von diesem Knick nie mehr erholt haben. "Von diesem Spiel weg war ein bisschen der Schlendrian drin“, war es auch für Sport-Vorstand Markus Katzer der Grund für den Niedergang. Waren es bis zu diesem denkwürdigen Auftritt auf der Hohen Warte 15 Siege, vier Remis und zwei Niederlagen, die Seidl & Co. eingefahren hatten, so kamen sie nach diesem Wendepunkt nur noch auf elf Siege, sechs Remis und 15 Niederlagen.

Schlüsselspieler der Saison: Guido Burgstaller

Kann ein 36-jähriger Mittelstürmer, der in 22 Spielen sechs Tore schoss, der Schlüsselspieler einer Mannschaft mit Top-3-Ambitionen sein? Kann er, wie auch in diesem Fall die Statistik bloßlegt: Mit Guido Burgstaller in der Startelf erreichte Rapid in der regulären Bundesliga-Saison acht Siege, vier Remis und kassierte erst im letzten Spiel gegen Salzburg eine Niederlage. Ohne ihre Nummer 9 verloren die Hütteldorfer neun Partien und gewannen (bei drei Unentschieden) nur drei.

Selbst nach seinem Schädelbasisbruch war der nunmehrige Fußball-Pensionist mit vier Toren Rapids Top-Torschütze - und hievte seine Mannschaft mit einem Tor und einem Assist im Play-off-Retourspiel gegen den LASK noch in den Europacup.

Flop der (Frühjahrs-)Saison: Dion Beljo

Ohne Guido Burgstaller funktionierte auch Dion Beljo nicht mehr. im Herbst war der Kroate noch Rapids Goldtorschütze vom Dienst. Acht seiner bewerbsübegreifend 14 Treffer waren die wichtigen Tore zum 1:0. Ohne seine sieben Bundesliga-Tore hätte Rapid zur Winterpause zehn Punkte weniger auf dem Konto gehabt. Aber schon damals funktionierte die Augsburg-Leihgabe nur mit „Burgi" an der Seite. Nur ein einziges Mal war er ohne seinen Sturmpartner erfolgreich - aus einem Elfmeter. Im Frühjahr - ohne den rekonvaleszenten Burgstaller - traf Beljo überhaupt nur noch vom Elferpunkt. Drei Mal, wobei er sogar da einmal einen Nachschuss brauchte. Am Ende lagen seine zehn Bundesliga-Saisontore um 3,8 unter dem aufgrund der Chancen-Qualität erwartbaren Wert. Damit war der 23-Jährige auch der Hauptgrund, warum Rapid von allen Klubs am weitesten unter dem xG-Wert blieb - nämlich um satte 11,8 Tore.

Spruch der Saison

„Es war nie alles so schlecht, wie es oft geschrieben wurde, es war aber vielleicht auch nie so gut, wie es im Herbst gemacht wurde“ (Sport-Vorstand Markus Katzer)

Transferpläne

Einen abermaligen Umbruch will Markus Katzer in diesem Sommer vermeiden. Zumindest in der Offensive wird er nach dem Karriereende von Guido Burgstaller und dem Form-Einbruch von Dion Beljo, der Rapid von einer möglichen Fixverpflichtung Abstand nehmen ließ, nicht drum herumkommen. Eine Option soll Zweitliga-Schützenkönig Claudy M'Buyi sein, der aber auch von anderen Vereinen umgarnt wird. Die "heißen Aktien" Isak Jansson, Mamadou Sangaré und Serge-Philippe Raux-Yao sind nach dem Rückfall im Frühjahr etwas abgekühlt, für den einen oder anderen wird aber wohl dennoch ein Angebot auf Katzers Tisch landen. Womöglich auch für Niklas Hedl, der zuletzt mit England in Verbindung gebracht wurde. Ausgelaufen ist der Vertrag von Roman Kerschbaum, der aber ohnehin kaum noch eine Rolle gespielt hat.

Katzers größte Herausforderung wird sein, einen Führungsspieler à la Burgstaller zu finden. Als Ersatz für einen möglichen Sangaré-Abgang wird Soumaila Diabate gehandelt, der zuletzt von RB Salzburg an BW Linz verliehen war und dort aufzeigte. Neo-Trainer Peter Stöger soll seinen ehemaligen Köln-Schützling Jannes Horn nach Wien lotsen wollen. Von den Leih-Rückkehrern hat Furkan Demir die besten Chancen, sich einen Kaderplatz zu ergattern.

Gesamtnote der kicker-Redaktion: 4,0