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Urteil mit Signalwirkung: PSG muss Rabiot 1,3 Millionen Euro zahlen

kicker

In französischen Medien ist mitunter sogar von einer "Revolution des Spielermarkts" die Rede: Adrien Rabiot hat den Rechtsstreit mit seinem Ex-Verein Paris St. Germain vor dem Berufungsgericht Paris gewonnen. Die Richter gaben dem inzwischen für Olympique Marseille spielenden Mittelfeldspieler in der Frage um ausstehende Gehaltszahlungen aus dem Jahr 2019 recht, der amtierende Champions-League-Sieger muss Rabiot 1,3 Millionen Euro zahlen.

Im Dezember 2018 hatte Rabiot angekündigt, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern und den Verein zu verlassen. Daraufhin wurde der französische Nationalspieler vom Verein suspendiert und ein Kabinenverbot gegen ihn ausgesprochen. Der Mittelfeldspieler durfte nur noch bei der Reserve-Mannschaft trainieren, ein Teil seines Gehalts wurde eingefroren und Prämien gestrichen. Nach Ablauf seines Vertrages  wechselte er zur Saison 2019/20 zu Juventus Turin.

Aus Sicht von Rabiot lag kein triftiger arbeitsrechtlicher Grund für diese Maßnahmen vor. Dem stimmte das Gericht nun zu. "Herr Rabiot macht zu Recht geltend, dass die Beschäftigung eines Spielers solange besteht, wie der Verein über eine Fußballmannschaft verfügt", heißt es in der Urteilsbegründung. PSG muss demnach einen Teil der Gehaltsnachzahlungen leisten, außerdem wurde der Verein zu 10.000 Euro Schadensersatz verurteilt, weil man Rabiot "ins Abseits gestellt" und damit seinem Ruf als Berufsfußballer geschadet habe.

„Das war ein klarer Verstoß gegen seine Arbeitsrechte.“ (Rabiot-Anwalt Romuald Palao)

Rabiots Anwalt Romuald Palao führte gegenüber französischen Medien aus: "Adrien wurde sieben Monate lang ohne legitimen Grund aus der Mannschaft ausgeschlossen. Das war ein klarer Verstoß gegen seine Arbeitsrechte und ein Versuch des Klubs, Druck auf den Spieler auszuüben."

Der Kern des Falls ging aber weit darüber hinaus. Aus Sicht des Gerichts musste Rabiots Vertrag wie ein normaler Arbeitsvertrag behandelt werden musste - trotz der im Profisport üblichen Befristungen und Sonderstellungen. PSG hatte argumentiert, dass Verträge mit Fußballspielern von Natur aus zeitlich begrenzt seien. Aus einem im französischen Sport üblichen unbefristeten Vertrag (CDD) wurde vor Gericht ein befristeter Arbeitsvertrag (CDI).  Während es ähnliche Fälle bereits im Rugby gab, stellt die Prominenz und die Größe dieses Falls ein Novum in Frankreich dar.

Weitere Folgen für den Spielermarkt?

Das Rabiot-Urteil entfacht nun in Frankreich eine neue Diskussion über Spielerverträge, die möglicherweise größere Auswirkungen  haben könnte. In Frankreich sind nämlich bereits weitere Klagen von Spielern anhängig, die ihre befristeten Verträge für unrechtmäßig halten. Sollte eines dieser Verfahren den Europäischen Gerichtshof erreichen, könnte dies - je nach Urteil - den Transfermarkt und die Vertragsgestaltung im Fußball grundlegend verändern.

Der Diskurs erinnert an den Fall Diskurs Lassana Diarra, der sich aufgrund des Vertragsrechts mit der FIFA bis vor den Europäischen Gerichtshof zog und gewann.