In der 15. Minute nahm das Unheil gegen Gladbach seinen Lauf, als Nikola Vasiljs kapitaler Fehlpass postwendend über Florian Neuhaus zu Haris Tabakovic kam und dieser das 1:0 erzielte. Anschließend stockte so manch einem Zuschauer der Atem, denn der Treffer wurde auf eine etwaige Abseitsposition des Bosniers überprüft. Letztlich gab Schiedsrichter Robert Hartmann das Tor - und die Borussia bog in Richtung 4:0-Sieg ab.
Was zu dem Zeitpunkt kaum jemand wusste, war, dass die halbautomatische Abseitstechnologie versagt und ein falsches Ergebnis geliefert hatte. "Bei der Überprüfung der Abseitsentscheidung in der 15. Minute hat die halbautomatische Abseitstechnologie leider ein falsches Ergebnis geliefert, weil eine Abseitslinie am falschen Abwehrspieler gezogen wurde", hieß es in einer bei Sky verlesenen Mitteilung seitens des DFB.
Wurden die Hanseaten also benachteiligt? Keineswegs, denn die Videoassistenten wussten sich zu helfen und zogen wie früher üblich selbst eine entsprechende Linie - und dabei stellte sich heraus, dass Tabakovic nicht im Abseits gestanden hatte. Der Treffer war folgerichtig korrekt.
Zum dritten Mal versagt die Technik auf St. Pauli
Kurios ist es dennoch, dass das ausgerechnet am Millerntor wieder geschehen ist. Bereits gegen Bayer 04 Leverkusen (1:2) und beim 0:3 gegen Hoffenheim hatte die Technik versagt - jeweils beim 0:1. Fakt ist aber auch, dass in beiden Spielen St. Pauli nicht benachteiligt wurde, die Treffer jeweils regulär waren.
Für Diskussionen ist dennoch gesorgt. Angesprochen auf das Thema sagte St. Paulis Präsident Oke Göttlich bei Sky, dass es "selbstverständlich ein Ärgernis" sei, weil man schließlich auch dafür "bezahlt, um etwas zu bekommen. Und wenn man das nicht bekommt, dann muss man ja zumindest mal die Frage stellen dürfen, ob man das Geld dann vielleicht irgendwann wieder zurückbekommt. Es ist schon sehr absurd, dass wir die technologischen Mittel, für die wir bezahlen, nicht an den Start kriegen."
Für Göttlich ist aber klar, dass der Vorfall keinen Einfluss auf den Ausgang des Spiels hatte. Ohnehin zeigte er sich nach seinem TV-Interview im Medienraum bereits bemüht, die Dinge klar einzuordnen. Die fehlerhafte Technik sei nicht das Thema, das am Kiez relevant ist, zumal es eben auch zu keiner falschen Entscheidung geführt hat. Auf St. Pauli hat man andere Themen, wie etwa die Frage, wie man aus der Abwärtsspirale von sechs Niederlagen in Serie wieder rauskommt.