36 Tage nach dem letzten Spiel in der Regionalliga Südwest hatte am Sonntag die Sommerpause für die SG Barockstadt ein Ende. Die vierte Viertligaspielzeit ist mit dem Trainingsauftakt in der Johannisau eingeläutet.
Zumindest teilweise hat Barockstadt-Trainer Daniyel Cimen der Sommerpause die nötige Bedeutung gegeben. Ab und an schaltete der 40-Jährige das Handy aus, gönnte sich samt Familie eine Auszeit. Doch so wirklich Urlaub sei die Phase zwischen den Spielzeiten nicht, wenngleich der Ex-Profi betont: "Wir haben gut vorgearbeitet und daher können wir auch gut nacharbeiten. Das, was wir in der Pause zu erledigen hatten, verlief positiv und nach unseren Vorstellungen."
In erster Linie spricht Cimen damit die personellen Planungen an. Zehn Abgänge verzeichnet die SG Barockstadt, fünf Zugänge wurden bislang präsentiert. Vor der vierten Regionalligasaison der SGB spricht der Coach von einem größeren Umbruch, schätzt sich jedoch glücklich, "dass wir die Transfers umsetzen konnten, die wir ins Auge gefasst haben". Cimen ist jedoch nicht nur eine Entwicklung des Kaders wichtig, sondern auch des Vereins. "Wir wollen gemeinsam wachsen. Dazu gehört auch, Dinge wie die Kabine zu optimieren. Das haben die Jungs in die Hand genommen."
„Wir können dadurch individueller und analytischer trainieren.“ (Daniyel Cimen zur Berufung von Marcel Niesner als Co-Trainer)
Anhand der Zahlen ist zu erkennen, dass der Kader kleiner geworden ist, jedoch nicht so klein, um nicht wettbewerbsfähig zu sein. "Wir gehen mit 20 bis 22 Feldspielern und drei Torhütern in die Saison. Zum Start trainieren mit Jean-Luca Trabert und Silas Bernges zwei Talente aus der U 23 mit", erläutert Cimen, der außerdem einen Zugang im Trainerstab begrüßen kann. Marcel Niesner ist nun neben Yasin Kocatepe Co-Trainer, weiterhin gehören Witold Sabela (Torwarttrainer) und Senouci Allam (Videoanalyst) zum Stab. Für den Cheftrainer ein Schritt zur Professionalisierung: "Wir möchten einen Schritt nach dem anderen gehen. Ein Klub lässt sich nicht von jetzt auf gleich umkrempeln. Die Chance mit Marcel hat sich nun ergeben, und natürlich kenne ich ihn schon viele Jahre aus der Zeit in Gießen. Er passt menschlich wie fachlich super zu uns. Wir können dadurch individueller und analytischer trainieren."
Beim Blick auf die anstehende Spielzeit, in einer laut Cimen ausgeglichenen Liga, gilt es für die SG Barockstadt, schnell den richtigen Weg zu finden. "Ein Team wie Sandhausen macht kein Geheimnis daraus, Meister werden zu wollen. Ansonsten spielen die üblichen Verdächtigen oben mit, die Nachwuchsteams sind nach wie vor eine Wundertüte. Wir wollen bei uns bleiben, das Team entwickeln und eine gute Rolle in der Regionalliga Südwest spielen", blickt der Trainer voraus. Freilich soll auch der eigene Stil gefunden werden - so wie schon in der zurückliegenden Saison, in der Cimen allerdings davon abweichen musste.
Kapitäns-Frage noch offen
Scheinbar sicher war der Vorsprung in der Winterpause auf die Abstiegsränge, im Laufe der Rückrunde rückte die bedrohliche Zone aber immer näher. Barockstadt kam daher in gewisser Weise zurück zum erprobten Spielstil. "Dinge zu implementieren, ist nach wie vor das Ziel. Damals kam die Tabellensituation hinzu und erschwerte die Entwicklung. Wir stellen uns die Frage: Welcher Stil passt zur Mannschaft? Ein großer Kern hat über viele Jahre immer einen ähnlichen Fußball gespielt und dann gestaltet es sich schwer, neue Prozesse schnell zu integrieren. Mit einem neuen Personal erhalten wir andere Facetten und sind gespannt, welcher Stil sich bei uns entwickelt", sagt Cimen, der die Kapitänsfrage nach dem höherklassigen Karriereende von Patrick Schaaf offen lässt: "Wir hatten eine Rangfolge und werden die Vorbereitung abwarten."