"Ob Gerry starten wird, weiß ich noch nicht", begann Waldhof-Trainer Luc Holtz die Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart II (Freitag, 19 Uhr, LIVE! bei kicker) gleich mal mit einem Scherz - und schob dann hinterher, der gemeinte Sportdirektor Gerhard Zuber sei schließlich bei den Auseinandersetzungen zwischen beiden Lagern nach der Partie in Cottbus am vergangenen Wochenende (1:1) zweimal hingefallen. Personalsorgen, die auch mit dem Gastspiel in der Lausitz zusammenhängen, plagen den Luxemburger aber tatsächlich.
So sah Janne Sietan in einer wilden Schlussphase die Ampelkarte, Terrence Boyd und Kapitän Lukas Klünter erhielten ihre fünfte Gelbe Karte. Sie fehlen Holtz im Spiel bei der Zweitvertretung der Schwaben genauso wie Niklas Hoffmann, der nach seiner Roten Karte wegen Beleidigung aus dem Spiel gegen Ulm (2:1) noch gesperrt ist. "Das gehört zum Fußball dazu", wollte der Trainer aber nicht klagen.
Vier Gesperrte: Chance für Reservisten?
Vielmehr sei die Abwesenheit der gesperrten Spieler auch eine Chance für die Reservisten in Reihen des SVW: "Ich denke, wir haben einen guten und breiten Kader, und dann gibt es Jungs, die vielleicht in den letzten Wochen weniger gespielt haben, die jetzt die Möglichkeit haben, sich zu zeigen und diese Chance zu nutzen, um dann auch in den kommenden Wochen mehr Spielzeit zu bekommen", erklärte Holtz.
Gerade im Abwehrbereich, wo auch Sascha Voelcke weiterhin fehlt, sei die Situation aber "schon etwas schwieriger", gab er zu. Nach zuletzt drei Spielen ohne Niederlage habe der Waldhof aber "einiges an Selbstvertrauen getankt" und will auch beim VfB wieder punkten. Beide Mannschaften stehen vor dem direkten Duell im Mittelfeld der Tabelle: Die Mannheimer haben 36 Punkte auf dem Konto, der kommende Gegner 32.
Bleibt es wieder bis zum Schluss spannend?
Es wartet also womöglich ein enges Duell, auch wenn Holtz auf eine weniger spannende Schlussphase als in den letzten Wochen hofft, als der SVW erst in Köln (3:1) spät den Deckel draufmachte, dann gegen Ulm den Sieg über die Zeit rettete und anschließend in Cottbus noch einmal zittern musste. "Ein Heilmittel, um die letzten Minuten nicht mehr solche Krimis zu spielen, habe ich auch nicht", sagte Holtz - und ergänzte: "Wie auch immer das zustande kommt, ist mir recht, wenn wir gewinnen."