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"Vom Fisch geschlagen": Blamage für Amorim und ManUnited

kicker

"Es würde weltweit Schlagzeilen machen, wenn wir gewinnen würden", hatte Grimsby Towns Geschäftsführerin Polly Bancroft im Vorfeld der Zweitrundenpartie im League Cup prognostiziert. Seit Mittwochnacht ist klar: die frühere Leiterin von Manchester Uniteds Frauenfußball-Abteilung sollte Recht behalten.

Zum ersten Mal seit dem 17. März 1948 standen sich Grimsby Town und die Red Devils wieder einmal in einem Pflichtspiel gegenüber. Der Viertligist hatte vor wenigen Wochen sogar seine Website vorübergehend deaktivieren müssen, da diese dem großen Fan-Andrang schon unmittelbar nach der historischen Pokalauslosung nicht mehr standgehalten hatte.

Platzsturm und Fisch-Flut in Grimsby

Historisch war auch, was sich am Mittwoch schließlich im knapp 9000 Zuschauer fassenden Blundell Park abspielte: Nach 30 Minuten hatte der krasse Außenseiter mit 2:0 geführt, am Ende gelang die Sensation in einem dramatischen Elfmeterschießen.

"Ihr wurdet vom Fisch geschlagen", kommentierte der offizielle X-Account der Gastgeber das Endresultat süffisant. Bis heute ist die Stadt Grimsby untrennbar mit der Hochseefischerei verbunden, in den 1950er-Jahren galt es sogar als der geschäftigste Fischereihafen der Welt. Auch der Klub-Spitzname "The Mariners" (zu deutsch: die Seemänner) und das Maskottchen namens "Mighty Mariner" (zu deutsch: mächtiger Seemann) führen darauf zurück.

Als Wiedererkennungsmerkmal dient zudem ein aufblasbarer Schellfisch - genannt "Harry Haddock". Dass dieser unter anderem beim Jubelsturm nach dem Schlusspfiff zahlreich zu sehen war, lässt sich indes mit einem Aufruf des Vereins vor der Partie begründen: "Ob es nun das Trikot der aktuellen Saison ist, ein klassischer Favorit oder einfach nur Ihr schwarz-weißer Schal - füllen wir jede Tribüne und jeden Sitzplatz mit unseren berühmten Farben. Und vergessen Sie nicht Ihren Harry Haddock, um das Spektakel zu vervollständigen", hatte Grimsby die eigene Anhängerschaft aufgefordert.

„Man wird nicht noch einmal 22 Spieler austauschen.“ (Ruben Amorim)

Während die Hausherren den Triumph mitsamt ihrer Fans - und zahlreicher Harry Haddocks - gemeinsam auf dem Rasen feierten, war die Enttäuschung und der Frust bei den Gästen aus Manchester selbstredend groß. "Es tut mir wirklich leid für die Fans", entschuldigte sich etwa Cheftrainer Ruben Amorim bei den mitgereisten United-Unterstützern.

"Schockiert" war der Portugiese nach der Partie, als er am ITV-Mikrofon anfügte: "Wir versuchen, gegen viele Dinge anzukämpfen, aber in solchen Momenten müssen wir Präsenz zeigen. Wenn wir das nicht tun, merkt man, dass sich etwas ändern muss - und man wird nicht noch einmal 22 Spieler austauschen." Ein Fingerzeig hinsichtlich seiner persönlichen Zukunft?

Amorim erklärt den Unterschied

"Ohne Intensität" und "komplett verloren" sei seine Mannschaft in die Partie gestartet. Das treffende Fazit Amorims nach ManUniteds erstem League-Cup-Aus gegen einen Viertligisten jemals: "Die beste Mannschaft hat gewonnen. Die besten Spieler haben verloren."

Bevor die übrigen "Big Six"-Klubs Liverpool, Arsenal, ManCity, Chelsea und Tottenham in der 3. Runde überhaupt erst in den League Cup einsteigen, sind die Red Devils also bereits ausgeschieden. Die Seemänner aus Grimsby wiederum schippern weiter und gastieren in der nächsten Pokalrunde bei Zweitligist Sheffield Wednesday, das am Vortag ebenfalls ein Premier-League-Team geschlagen hatte (3:0 i.E. gegen Leeds).