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Von wegen kein Konkurrenzkampf: Auch bei Ramaj wird genau hingeschaut

kicker

Bei den Fans der Heidenheimer scheint die Vorfreude auf die neue Saison ebenfalls groß zu sein, 800 von ihnen reisen mit an den Kaiserstuhl nach Bahlingen (Samstag, 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker), womit das Gästekontingent komplett ausgeschöpft wurde. Nicht mit dabei sein werden weiterhin verletzungsbedingt Frank Feller und Marvin Pieringer. Adrian Beck hatte sich am Kopf und am Brustkorb verletzt, laut DFL-Statuten bei Kopfverletzungen muss er behutsam wieder integriert werden und fällt damit für das erste Pflichtspiel der Saison aus. Voraussichtlich in der nächsten Woche wird Beck aber wieder am Mannschaftstraining teilnehmen.

Pokalauftakt als Standortbestimmung

Mit der Vorbereitung ist Schmidt durchweg zufrieden und man merkte ihm nach dieser langen Zeit im Presseraum der Voith-Arena an: Schmidt freut sich richtig, dass es wieder losgeht. "Die Mannschaft hat sehr gut mitgezogen, das hat mir sehr viel Spaß gemacht. In fast allen Trainingseinheiten herrschte eine hohe Intensität vor, eine gute Leistung. Aber das ist Training, Mittel zum Zweck. Wozu das führt, wird man letztendlich sehen", sagt Schmidt.

Bereits nach dieser ersten Runde wird man sehen können, wie weit dieser FCH ist, wenngleich ein Duell mit einem Regionalligisten kein Maßstab sein kann für einen Bundesligisten. Wenn aber jemand weiß, was man als Regionalligist gegen einen Favoriten zu leisten imstande ist, dann ist das Frank Schmidt, der noch einmal darauf verwies, dass er als Trainer noch eine Liga weiter unten gestartet war.

Beide Neuzugänge werden in Bahlingen in der Startelf stehen

Klar ist auch, dass es zwischen Bundesliga und DFB-Pokal kein Torwart-Hopping geben werde, wie Schmidt ziemlich deutlich sagte. Neuzugang Diant Ramaj wird zwischen den Pfosten stehen, nicht etwa der zur Nummer zwei degradierte Kevin Müller. Ungewohnt offen kommunizierte Heidenheims Übungsleiter außerdem, dass der zweite externe Neuzugang, Arijon Ibrahimovic, in der Startelf stehen werde.

Ein Qualitätsmerkmal von Ibrahimovic sei es, dass er auf keine Position festgelegt sei, freut sich Schmidt: "Er bringt eine sehr gute Mentalität und Einstellung mit und ich hoffe, dass er das bis zum Ende seines Leihgeschäfts bei uns durchziehen wird", findet Schmidt wertschätzende Worte für seinen neuen Spieler auf Zeit. "Dann kann er ein sehr wertvoller Spieler für uns werden, weil er natürlich auch fußballerisch sehr gut aufgestellt, gut ausgebildet ist", so Schmidt weiter.

„Wir bekommen nicht die Spieler, die in der jeweiligen Liga schon 100 Einsätze hatten.“ (Frank Schmidt)

Mit diesen zwei Neuen, wenn man die Nachwuchskicker aus dem eigenen NLZ nicht mitzählt, geht es für den FCH in seine dritte Bundesligasaison. Die Tatsache, dass lange nicht klar war, in welcher Liga der FCH am Ende starten würde, hat die Planungen für den Kader etwas zerschossen, da man ohnehin nicht in den oberen Regalen nach Spielern Ausschau halten kann.

"Vielleicht bin ich etwas Old School, aber ich bin immer mit den Spielern zufrieden, die da sind, weil es meine Aufgabe ist, mit denen zu arbeiten." Mit dem Verweis auf die Aussagen des FCH-Boss Holger Sanwald verbunden, dass es in diesem Sommer finanziell schwierig sei, sich personell noch einmal ganz anders aufzustellen. "Es ist wie so oft bei uns: Wir bekommen nicht die Spieler, die in der jeweiligen Liga schon 100 Einsätze hatten, sondern diejenigen, die auf dem Weg sind, sich zu entwickeln und besser zu werden. Wenn sie uns dann helfen, ist es umso besser", so Schmidt weiter.

Freifahrtscheine gibt es in Heidenheim nach wie vor nicht

Die Diskussionen rund um die Verpflichtung von Diant Ramaj haben vor allem in den Fanlagern hohe Wellen geschlagen. Dass Ramaj die unangefochtene Nummer eins sein wird, wollte Schmidt aber nicht einfach stehenlassen: "Es gibt einen Drei- oder Vierkampf. Die Frage ist nur, wann er das sein wird, denn Frank Feller wird schließlich auch irgendwann zurückkommen. Man muss sich doch mal überlegen, welche Wechselmöglichkeiten Diant Ramaj gehabt hat. Ich finde es bemerkenswert, dass er sich für uns entschieden hat", sagt Schmidt.

Dass man den Rückkehrer dann als Nummer eins geholt hat, sei eine sportliche Entscheidung gewesen. "Aber keiner von uns, auch der Trainer nicht, kann sich von einer Konkurrenzsituation oder Zweikämpfen freisprechen", so Heidenheims Trainer weiter. Er gehe aber davon aus, dass Ramaj diesen Status zementieren werde.

Ramaj weiß aber schon vor dem Start, dass er genau beobachtet wird, nicht nur von Kevin Müller. Ob dies ein Druck ist, der ihn beflügelt oder hemmt, wird man sehen.