Wenn der FC Barcelona in den vergangenen Jahren auf einer Position keine Probleme hatte, dann auf der zwischen den Pfosten. Marc-André ter Stegen gewann den Katalanen Spiele - und damit letztendlich auch Titel. Doch die Verantwortlichen haben nach der längeren Verletzungspause des deutschen Nationalkeepers offensichtlich neue Pläne.
Am Mittwoch wurde mit großem Bohei der neue Stammkeeper öffentlich gemacht. Wie seit Wochen kolportiert, zahlte Barcelona 26,3 Millionen Euro an Stadtrivale Espanyol, um Joan Garcia loszueisen. Der gebürtige Katalane ist mit seinen 24 Jahren längst nicht nur ein Versprechen für die Zukunft.
"Ein Garant für die Gegenwart und einer noch strahlenderen Zukunft", wie es der FC Barcelona in seiner Pressemitteilung selbst formuliert. Was aber passiert nun mit ter Stegen, der in der Vergangenheit Avancen anderer europäischer Top-Klubs bewusst abgeblockt hatte?
Spielt ter Stegen schon in der Vorbereitung keine Rolle mehr?
Die vereinsnahe Mundo Deportivo prophezeit dem einstigen Gladbacher bereits, dass er bereits in der Vorbereitung keine große Rolle spielen werde. In Pflichtspielen dann wohl maximal als Rotationskeeper - etwa in der Copa del Rey. Viel zu wenig für die Ansprüche ter Stegens, der seinen Status als Nummer eins unter Bundestrainer Julian Nagelsmann mit Blick auf die WM-Endrunde 2026 untermauern will. Auf dem Platz und mit Leistungen.
„Unser Kapitän wird vom Verein nicht korrekt behandelt.“ (Victor Font)
In Barcelona wird er das wohl eher nicht dürfen. Was so manchem sauer aufstößt. So auch dem ehemaligen FCB-Präsidentschaftskandidaten Victor Font. "Unser Kapitän wird vom Verein nicht korrekt behandelt", polterte dieser nun bei Catalunya Radio und warf hinterher: "Es ist verwerflich, dass ein Spieler, der schon so lange im Verein ist, auf diese Art und Weise schikaniert wird und dass er alles aus der Presse erfahren muss. Es ist schon Mobbing, was man mit ihm macht."
Nicht umsonst hatte Nagelsmann im Rahmen der Nations League jüngst einen öffentlichen Appell an Barcelonas Cheftrainer Hansi Flick gerichtet: "Ich würde mir wünschen, auch aufgrund der Vergangenheit einzelner Protagonisten und Verbundenheit zum DFB und zu Marc, dass er eine Info bekommt, wie es weitergeht."
Ter Stegen blieb bis zuletzt entspannt
Ter Stegen hatte im Kreise der Nationalmannschaft zuletzt Lockerheit ausgestrahlt. Und erklärt: "Mit mir hat niemand gesprochen. Ich weiß, dass ich nächstes Jahr in Barcelona bin. Ich freue mich extrem auf die nächste Saison, weil wir eine tolle Mannschaft haben, die jung, dynamisch und hungrig ist."
Bei einem durchaus möglichen Verkauf ter Stegens, der noch bis 2028 Vertrag hat, würde Barcelona im Sinne des Financial Fairplay Platz im Gehaltsgefüge schaffen. Um Deals wie den von Nico Williams eintüten zu können. Wojciech Szczesny, der den deutschen Keeper während dessen langer Zwangspause hervorragend vertreten hatte, soll seinen Vertrag jedenfalls um ein Jahr verlängern und Joan Garcia eine Stütze bieten.