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Vuskovic: Das Comeback der Nummer 44

kicker

Das Trikot mit der 44 ist ein Symbol für den Zusammenhalt geworden rund um den HSV in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren. Bedingungslos hatten sich Klub, Mannschaft und Fans hinter dem 23-jährigen Kroaten Mario Vuskovic versammelt, seit dieser im November 2022 wegen Dopings gesperrt wurde und seine Unschuld beteuert. Die Nummer wird als Fahne geschwenkt, das Trikot wurde von den Spielern bei Torjubeln präsentiert - jetzt wird es auch wieder auf dem Feld getragen. Es hat das Zeug zum Rührstück.

"Es ist was Besonderes für mich. Ich bin sehr glücklich."

Luka Vuskovic soll dem HSV in allererster Linie sportlich helfen, und doch ist der familiäre und emotionale Aspekt nicht nur etwas für die Schlagzeilen, sondern auch ein wesentlicher Grund für das Zustandekommen des Deals. Die Familie fühlt sich eng mit dem HSV verbunden, Luka und Mario haben im Mai zusammen mit der Mannschaft den Aufstieg in die Bundesliga gefeiert. Wenn die Tottenham-Leihgabe die bei Vertragsunterzeichnungen nicht unübliche Aussage, er könne es kaum erwarten, herzukommen, von sich gibt, dann ist das in diesem Fall mehr als eine Floskel.

"Es ist für mich etwas Besonderes, für den HSV zu spielen. Da mein Bruder schon hier gespielt hat und mir ganz viel über den Klub erzählt hat, aber auch aufgrund der Geschichte des Vereins und der Bedingungen hier. Ich bin sehr glücklich." Und nichts könnte seine Aussagen besser untermalen als das gemeinsame Foto mit Mario und dem neuen Trikot.

Die Verantwortlichen sind ebenfalls glücklich. Weil sie ein Verteidiger-Talent für sich gewinnen konnten, dem ein Ruf wie ein Donnerhall vorauseilt. Mit 16 feierte er sein Profi-Debüt für Hajduk Split, unterzeichnete einen Vertrag bei Tottenham, sammelte in den zurückliegenden zwei Jahren Erstliga-Erfahrung in Polen und Belgien. Im Juni debütierte er für Kroatiens A-Nationalmannschaft. "Luka hat durch Mario bereits eine sehr enge Bindung zum Verein und zur Stadt", sagt Sportvorstand Stefan Kuntz, "darauf wollen wir aufbauen. Wir sind sehr glücklich."

Gleichzeitig wird es darum gehen, den Neuling trotz der Euphorie über den Coup auch als das zu betrachten, was er in seinem Alter in erster Linie immer noch ist: ein Talent. "Bei aller Veranlagung wird es wichtig sein, dass wir ihm ein Umfeld bieten, in dem er sich optimal weiterentwickeln kann", sagt Kuntz. Auch Sportdirektor Claus Costa ist dieser Aspekt wichtig: "Man darf nicht vergessen, dass Luka erst 18 ist und noch voll in seiner Entwicklung steckt."

Körperlich robust, torgefährlich - und topfit

Dass der "kleine Vuskovic", mit 1,93 Metern vier Zentimeter größer als sein fünf Jahre älterer Bruder, mit seinen Qualitäten zur Soforthilfe in der Dreierkette werden kann, ist für die Verantwortlichen jedoch relativ klar. "Er bringt für sein Alter ein außergewöhnliches Gesamtpaket mit", sagt Costa. "Mit seiner Physis sowie seiner Kopfball- und Zweikampfstärke verleiht er unserer Defensive auf Anhieb weitere Präsenz. Gleichzeitig ist er mutig im Aufbauspiel und torgefährlich nach Standards." Der Beleg: In der Vorsaison erzielte er für Westerlo sieben Saisontore. Costa sieht in der Leihgabe "einen modernen Innenverteidiger, der für sein Alter enorm weit ist."

Als die HSV-Profis am Vormittag das "Anschwitzen" für das Derby absolvierten, war Vuskovic schon mit dabei. Er hat bei Tottenham die komplette Vorbereitung bestritten, ist topfit. Merlin Polzin wird ihn bereits am Freitagabend mit in den Kader nehmen.

Die Verantwortlichen hoffen auf geliehenes Glück. Eine Spielzeit wird Luka für den HSV auflaufen, seine Mission ist bis zum Juni 2026 befristet. Ab dann sind es noch fünf Monate, bis ab dem November 2026 das Trikot mit der Nummer 44 wieder getragen werden darf. Von Mario.