Arne Slot scheut sich nicht, Spieler auch öffentlich zu kritisieren. Das bekam zuletzt Hugo Ekitiké zu spüren, dessen Platzverweis im League-Cup-Spiel gegen Southampton der Niederländer als "unnötig und dumm" bezeichnete. Einige Tage später, nach dem 1:2 in der Liga gegen Crystal Palace, traf es nun in Jeremie Frimpong den nächsten LFC-Neuzugang aus der Bundesliga - auch wenn Slot dessen Namen gar nicht verwendete.
"Wir können uns nur selbst die Schuld geben, wir haben schlecht verteidigt", sagte Slot nach der ersten Liga-Niederlage, die durch ein Last-Minute-Tor von Eddie Nketiah zustande gekommen war. Frimpong war dabei dem späteren Torschützen bei einem langen Einwurf zugeteilt gewesen, hatte sich aber vom Gegenspieler weg orientiert, nachdem es zunächst so ausgesehen hatte, als könne Liverpool die Situation klären.
"Einer unserer Spieler wollte einen Konter starten, was völlig sinnlos war, da das Spiel fast vorbei war", schimpfte Slot. "Wir hätten nur verteidigen müssen, aber wir waren zu offensiv. Ein Spieler war in diesem Moment zu offensiv. Das hat ihnen ermöglicht, das Tor zu schießen und uns das Spiel gekostet." Ein Spieler - auch wenn Slot nicht mehr sagte, war es völlig offenkundig, wem die Kritik galt.
Und sie dürfte nicht gerade dabei helfen, Frimpongs Standing bei Slot zu verbessern. Der Ex-Leverkusener stand in der Premier League bislang nur im Auftaktspiel gegen Bournemouth in der Startelf, musste sich nach einer zwischenzeitlichen Verletzung zuletzt mit Kurzeinsätzen begnügen. Auch im Auswärtsspiel bei Palace hatte Eigengewächs Conor Bradley den Vorzug rechts in der Viererkette bekommen, Frimpong war erst in der 74. Minute eingewechselt worden.
Presse gnädig mit Wirtz
Zu diesem Zeitpunkt hatte im Rahmen eines Doppelwechsels Florian Wirtz das Feld verlassen - nach einer erneut "ineffektiven" Vorstellung, wie der britische Guardian urteilte. Ansonsten aber urteilte die Presse ungewöhnlich gnädig über den Neuzugang, der gemeinsam mit Frimpong aus Leverkusen gekommen war.
"Wirtz ist ein zu guter Spieler, um bei Liverpool zu scheitern", schrieb das Liverpool Echo. Slot liege richtig, dem deutschen Nationalspieler Zeit zu geben, schließlich habe der LFC ihn "für fünf Jahre, nicht für fünf Wochen" verpflichtet. Und so deutliche Kritik wie Ekitiké und Frimpong hat Wirtz von seinem Trainer auch noch nicht zu hören bekommen.