Mit der kurzfristigen Verpflichtung Immanuel Pherais hat die SV Elversberg am Montag aufhorchen lassen. Dass der 24 Jahre alte Offensiv-Allrounder den Hamburger SV noch im Winter verlassen würde, hatte sich abgezeichnet, jedoch sah es lange Zeit klar nach einem Wechsel zum 1. FC Nürnberg aus. Doch statt ins Frankenland zog es Pherai am Deadline Day zur sportlich attraktiveren Adresse im Saarland, wo er die Elv in den kommenden Monaten im Aufstiegsrennen mit seinen Qualitäten unterstützen soll.
Bis zum Debüt Pherais muss sich der Elversberger Anhang aber vorerst noch gedulden, wie Trainer Vincent Wagner auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel am Samstag gegen Hertha BSC (13 Uhr, LIVE! bei kicker) andeutete. Der Neuzugang klage über Wadenprobleme, die er sich bei seinem sechsminütigen Kurzeinsatz für den HSV beim 2:2 gegen den FC Bayern München in den Schlussminuten zugezogen hat. "Da werden wir sicher kein Risiko eingehen, sondern Vernunft walten lassen", deutete Wagner, dem auch Daniel Pantschenko (krank) und Lasse Günther (Oberschenkelprobleme) fehlen, einen Ausfall Pherais an.
Ohnehin verfolgt die SVE aber langfristige Ziele mit Pherai, dessen Tausch mit dem bisher aus Hamburg ausgeliehenen Otto Stange Wagner als "Win-win-Situation" für alle Beteiligten bezeichnet. Pherai sei vor seinem Wechsel nach Hamburg im Sommer 2023 als Spieler von Eintracht Braunschweig "einer der besten Zehner der Liga" gewesen, nun setzt man unter der Kaiserlinde darauf, dass er nach schwierigen Jahren in der Hansestadt wieder zu alter Form zurückfindet - ohne dabei großen Druck verspüren zu müssen, weil Elversberg in Bambasé Conté bereits "einen der besten Zehner der Liga" in den eigenen Reihen weiß.
Wagner ist sich jedoch der Situation um den aus Hoffenheim geliehenen Conté bewusst. "Bamba macht das so gut, die Wahrscheinlichkeit, dass er nächstes Jahr bei uns spielt, ist jetzt nicht so groß", so der 39-Jährige. "Demzufolge ist es gut, dass wir mit Manu jemanden dazubekommen haben, der die Acht bekleiden kann, die Zehn bekleiden kann und sogar Linksaußen eingerückt bekleiden kann. Wir freuen uns einfach, dass wir einen Spieler mit so einer Qualität überzeugen konnten, hierherzukommen."
Wagner lässt sich von Herthas Negativlauf nicht blenden
Auf die Berliner trifft Elversberg am Samstagnachmittag bereits zum dritten Mal in der laufenden Saison. Das Liga-Hinspiel gewann die SVE mit 2:0 im Olympiastadion, in der 2. Runde des DFB-Pokals revanchierte sich die Alte Dame mit einem 3:0-Sieg. Von der jüngsten Negativserie der Berliner, die seit sechs Spielen auf einen Sieg warten, will sich Wagner nicht blenden lassen. "Sie haben die letzten fünf Spiele nicht verloren und von den letzten zehn Spielen nur eines verloren", weiß Wagner. "Mal sehen, was am Ende des Tages dabei rumkommt."