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Walldorf und der Lemm-Abschied im Sommer: "Bin das Gegenteil einer Lame Duck"

kicker

"Wir haben uns nach den ersten Partien total gefangen. Auf diesem Niveau wollen wir weitermachen, dann ist ein Platz unter den ersten fünf drin", betont Lemm. "Das wäre eine Bestätigung der vergangenen Saison und ein super Abgang. Für uns ist es immer ein Erfolg, in der ersten Tabellenhälfte zu sein."

Dass sich die Wege der Südhessen und ihres langjährigen Trainers trennen, wurde Ende 2025 publik. In einer Mitteilung dankt der Klub dem 50-Jährigen "für seine engagierte Arbeit, seine Professionalität und seinen unermüdlichen Einsatz, mit denen er die Mannschaft über die Jahre maßgeblich geprägt hat. Die Zusammenarbeit war stets konstruktiv, vertrauensvoll und von gegenseitigem Respekt geprägt." Lemm, der seit November 2021 im Amt ist und zuvor schon als Sportlicher Leiter in Walldorf wirkte, sprang seinerzeit als Interimslösung ein - entdeckte fortan aber wieder "Riesenspaß" am Trainerjob. Der Höhepunkt: In der vergangenen Serie ging RWW als Tabellenführer in die Winterpause; am Ende landete die Mannschaft um Torjäger Hady Kallo auf dem 4. Platz. "Total positiv" und "stolz" blickt Lemm auf seine Zeit "bei einem tollen Verein, mit tollen Menschen" zurück.

Zwei Abgänge

Wohin wird es den ehemaligen Alzenauer Regionalliga-Coach ziehen? "Ich habe total Bock auf Fußball und will weiter auf höchstmöglichem Niveau Gas geben. Es ist aber noch nichts spruchreif", erklärt der A-Lizenz-Inhaber, der am 11. Januar zum Trainingsauftakt bat. Während mit Otman Jaatit (Türkischer SV Wiesbaden) und Marko Andric (FSV 08 Bietigheim-Bissingen) zwei Akteure den Verein verlassen haben, ist Offensivmann Aymen Belachemi (SV Eintracht Hohkeppel) neu im Aufgebot.

Sein Trainer geht die folgenden Wochen und Monate voller Elan an: "Ich bin das Gegenteil einer Lame Duck und werde alle um mich herum anspornen, noch einmal an ihr Leistungslimit zu gehen, um eine tolle Restrunde zu spielen - und erhobenen Hauptes im Sommer zu gehen." Tests stehen unter anderem gegen zwei Regionalligisten (TSV Steinbach Haiger, TSV Schott Mainz) sowie den Spitzenreiter der Oberliga Baden-Württemberg (VfR Mannheim) auf dem Programm. Auf den Primus der eigenen Klasse trifft RWW dann zum Punktspielauftakt. Am 1. März kommt Eintracht Frankfurt II. "Ich gehe stark davon aus, dass sie am Ende auch oben stehen werden", sagt Lemm über den 20 Zähler entfernten Rivalen, gegen den sein Team zum Saisonauftakt ein "richtig gutes Spiel" hinlegte: "Wir versuchen, an diese Leistung anzuknüpfen, vielleicht mit einem besseren Ergebnis." Im August führte Walldorf nach Toren von Hady Kallo und Hendrik Sexauer mit 2:0, musste sich in Dreieich am Ende aber geschlagen geben (2:4).

Regionalliga nicht um jeden Preis

Wer in der neuen Serie an der Seitenlinie stehen wird, möchte der Verein im Januar der Öffentlichkeit mitteilen. Wie Manfred Knacker erklärt, sollen - die entsprechende sportliche Entwicklung vorausgesetzt - die Lizenzunterlagen für die Regionalliga eingereicht werden. "Wir sind weiter als im vergangenen Jahr und ich gehe davon aus, dass wir im Normalfall auch keine Heimspiele in einem anderen Stadion austragen müssten", so der 1. Vorsitzende. Nachdem 2025 zunächst die Unterlagen eingereicht wurden, sagte der Klub später jedoch ab. Knacker spricht mit Blick auf jene Zeit von einer "verständlichen Missstimmung bei Trainer und Mannschaft, was sich danach aber wieder beruhigt hat".

Weiter soll die Vereinsphilosophie auf Langfristigkeit ausgelegt sein - und drei Säulen im Blick behalten: die Infrastruktur, eine Jugendabteilung mit Leistungs- sowie Breitensport und natürlich den Seniorenfußball. "Was erreicht wurde, müssen wir erhalten", betont Knacker. Bei allem sportlichen Ehrgeiz gelte weiter die Devise: Regionalliga-Aufstieg nicht um jeden Preis.