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Warum Anselmino plötzlich vor einer Straßburg-Leihe steht

kicker

Als vor einigen Jahren regelmäßig Spieler zwischen RB Leipzig und RB Salzburg hin- und herwechselten, sorgte das immer wieder für Unmut. Doch das ist kein Vergleich zu dem, was der FC Chelsea und Racing Straßburg inzwischen veranstalten, wobei es eher heißen muss: was der FC Chelsea mit Racing Straßburg veranstaltet.

Das neueste Beispiel ist ein Profi, den Borussia Dortmund gerne noch oder wieder in seinen Reihen sähe: Aaron Anselmino steht nach übereinstimmenden Berichten, unter anderem von L'Equipe, vor eine Leihe von Chelsea nach Straßburg. So erging es zwar schon vielen Spielern, seit beide Klubs zum Konsortium BlueCo um Todd Boehly gehören. Doch in der Causa Anselmino steckt noch mehr.

Vor einer Woche hatten die Chelsea-Verantwortlichen im letzten Moment und offenbar ohne Vorwarnung den 20-jährigen Argentinier von seiner ursprünglich auf ein Jahr ausgelegten Leihe zu Borussia Dortmund zurückbeordert. Schon damals war nicht klar, ob der Innenverteidiger trotz einiger Personalprobleme auch wirklich für die restliche Saison in London bleiben würde.

Rosenior wollte offenbar lieber Sarr

Nun stellt sich der Deal offenbar so dar: Anselmino wird nach Straßburg verliehen, weil Chelsea Mamadou Sarr vorzeitig aus Straßburg zurückholt. Den 20 Jahre jungen Senegelasen hatten die Blues im Sommer 2025 von Racing verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2033 ausgestattet, aber umgehend zurück zum Partnerklub verliehen, wo er zu den Leistungsträgern gehört.

Am Sonntagabend soll der frisch gekürte Afrika-Cup-Champion im Topspiel gegen Paris Saint-Germain ein letztes Mal für den Ligue-1-Siebten auflaufen und erneut die Binde tragen. Kapitän Emanuel Emegha, der ebenfalls schon lange mit einem Wechsel zu Chelsea in Verbindung gebracht wird, ist noch verletzt. Auch Kendry Paez fehlt, nachdem ihn die Blues kurzfristig zurückgeholt und zu River Plate weiterverliehen haben.

Vor allem Liam Rosenior soll auf Sarrs vorzeitige Rückkehr gepocht haben. Der neue Chelsea-Trainer war selbst erst Anfang Januar aus Straßburg an die Stamford Bridge gewechselt, mancher sagt: beordert worden. Darauf hatten Teile der Racing-Fanszene mit wütenden Protesten reagiert. Sollte das Anselmino-Sarr-Wechselspiel kurz vor dem Deadline Day am Montag über die Bühne gehen, dürften sie sich in ihrer Kritik am Phänomen Multi-Club-Ownership bestätigt fühlen, das im Profifußball immer weiter um sich greift.

Um Anselmino selbst ging es Chelsea offenbar nie

Sarrs Wechsel nach London spräche auch dafür, dass Stade Rennes Chelseas intensivem Werben um Abwehrtalent Jeremy Jacquet nicht mehr nachgeben würde, bevor das Transferfenster schließt. Es hatte auch Gerüchte gegeben, wonach Chelsea Anselminos BVB-Leihe abgebrochen habe, um die eigene Verhandlungsposition im Werben um Jacquet zu verbessern. Immer klarer wird jedenfalls: Um den Argentinier selbst, der sich in Dortmund so wohlgefühlt hatte, scheint es den Chelsea-Machern nie gegangen zu sein.