Das Fehlen von Jamal Musiala im Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft für die anstehenden Testspiele gegen die Schweiz am Freitag in Basel und Ghana (am Montag in Stuttgart) sorgt für Diskussionen. Der Offensivspieler des FC Bayern zählt zu den wichtigsten Kreativkräften im Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann .
Dennoch wird der 23-Jährige vorerst geschont. Der Hintergrund ist eine Mischung aus Verletzungssorgen, Fitnessfragen und langfristiger Turnierplanung.
Musiala hatte zuletzt mit einer Schmerzreaktion am operierten linken Fuß zu kämpfen. Beim Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Atalanta Bergamo musste der Bayern-Star kurzfristig passen. Bereits zuvor hatte sich abgezeichnet, dass die Belastungssteuerung rund um den Nationalspieler ein sensibles Thema bleibt. Für Nagelsmann war deshalb schnell klar, dass ein Einsatz in den Testspielen aktuell keinen Sinn ergibt. "Es ist für uns und die Bayern ärgerlich", sagte der Bundestrainer bei der Kadernominierung.
Die medizinische Situation spielt eine entscheidende Rolle. Musiala arbeitet nach seiner schweren Beinverletzung bei der Klub-WM 2025 weiter am vollständigen Comeback. Zwar konnte er zuletzt wieder Spielpraxis sammeln, doch die steigende Belastung führte erneut zu Problemen. Laut Bayern-Sportvorstand Max Eberl reagierte der operierte Fuß auf die intensiven Wochen mit Schmerzen.
Der Offensivspieler absolvierte daraufhin eine Reha-Phase. Ziel ist es, ihn Schritt für Schritt wieder an die volle Wettkampfbelastung heranzuführen. Ein Einsatz im DFB-Trikot unter Schmerzen würde weder dem Spieler noch der Nationalmannschaft helfen. Diese Einschätzung teilen Verein und Verband gleichermaßen. "Er soll dann einen tollen Monat April mit uns spielen und sich dann auch in WM-Form spielen", erklärte Eberl.
Vor der Nominierung hatte Bayern-Trainer Vincent Kompany bereits angekündigt, den Austausch mit Bundestrainer Nagelsmann zu suchen. "Wir haben die gleichen Interessen. Wir wollen alle einen topfitten Jamal Musiala zurückbekommen", sagte Kompany.
Der enge Kontakt zwischen Verein und Nationalteam ist in solchen Fällen üblich. Gerade bei Schlüsselspielern wird darauf geachtet, dass kurzfristige Einsätze nicht zu langfristigen Rückschlägen führen. Für die Testspiele gegen die Schweiz und Ghana bedeutet das konkret: Musiala bleibt in München und konzentriert sich auf seine vollständige Genesung.
Die Entscheidung ist auch mit Blick auf die nächsten Aufgaben der Nationalmannschaft zu verstehen. In wenigen Monaten steht die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko an. Musiala gilt als möglicher Unterschiedsspieler.
Nagelsmann kann es sich daher kaum leisten, ein Risiko einzugehen. Der Bundestrainer betonte zuletzt selbst, dass einige Minuten unter Schmerzen aktuell keinen Mehrwert bringen würden. Stattdessen setzt man darauf, dass der Offensivakteur im April bei Bayern wieder in Topform kommt und anschließend auch im Nationalteam eine tragende Rolle übernimmt.
Neben der Fitnessfrage geht es auch um die sportliche Integration. Musiala hatte rund ein Jahr lang nicht im DFB-Trikot gespielt. Für Nagelsmann wird es entscheidend sein, den Leistungsträger rechtzeitig wieder in das Teamgefüge einzubauen.
Die Testspiele gegen die Schweiz und Ghana dienen daher vor allem dazu, Alternativen zu testen und Abläufe zu stabilisieren. Musiala steht dabei zwar im Fokus der Diskussionen, seine Abwesenheit ist jedoch Teil einer klaren Strategie. Das Ziel ist ein vollständig fitter Schlüsselspieler für die entscheidenden Spiele der kommenden Monate.

Mit Lennart Karl und Jonas Urbig stehen zwei Bayern-Youngster erstmals im Kader.