Mit einem Sieg beim LASK hätte der SK Rapid das ohnehin schon dramatische Titelrennen in der heimischen Bundesliga noch ein Stückchen spannender gestalten können. Doch es sollte anders kommen: Durch die 1:3-Niederlage in Linz haben die Wiener rechnerisch keine Chance mehr auf die Meisterschaft.
Der LASK hält als Tabellenführer bei nunmehr 33 Zählern und damit sechs mehr als Rapid (27). Demnach reicht der Elf von Didi Kühbauer an den beiden letzten Spieltagen schon ein einziger Punktgewinn, um fix vor den Grün-Weißen zu liegen. Fest steht mittlerweile auch, dass der LASK vor Rapid bleibt, sollten am Ende der Saison nur diese beiden Klubs bei dann je 33 Punkten stehen. Schließlich konnten die Linzer den direkten Vergleich, der auch die Spiele im Grunddurchgang umfasst, mit drei Siegen aus vier Partien für sich entscheiden.
Ein "Sternchen" unterscheidet Salzburg und Sturm
Doch hätten die Hütteldorfer nicht noch die theoretische Chance auf den Titel, sollte Red Bull Salzburg die Saison punktgleich mit dem LASK und Rapid abschließen? Eintreten kann dieses Szenario jedenfalls noch: Während der LASK dafür zweimal verlieren muss, sind für Rapid zwei Siege Pflicht. Zudem muss Salzburg - neben dem vorausgesetzten Auswärtssieg beim LASK - am letzten Spieltag daheim gegen Hartberg remisieren. In diesem Fall hielten am 17. Mai alle drei Klubs bei 33 Punkten. In Bezug auf Titelverteidiger Sturm, der ja ebenfalls noch um den Titel mitspielt, sind Rechenspiele dieser Art übrigens nicht notwendig. Im Gegensatz zum LASK, Salzburg und Rapid nahmen die Steirer aus dem Grunddurchgang nämlich kein "Sternchen" in den Finaldurchgang mit, wodurch sie bei Punktgleichheit automatisch nachgereiht werden.
Sollten der LASK, Salzburg und Rapid am 17. Mai also tatsächlich allesamt 33 Punkte auf dem Konto haben, würde eine interne Tabelle aller direkten Duelle erstellt werden. Und genau darin liegt der Grund, warum die Wiener nicht mehr Meister werden können. In den insgesamt acht Saisonduellen holte Rapid gute zwölf Punkte (drei gegen den LASK, neun gegen Salzburg), bei derselben Punktanzahl landen im Falle eines Salzburg-Erfolgs in Linz aber auch die beiden anderen Teams.
Aus dem Fünf- wird ein Dreikampf
Wie in den ÖFB-Meisterschaftsregeln, auf die die Bundesliga zur Ermittlung der Tabellenplatzierung zurückgreift, unter Paragraph 9 (Meisterschaftstabellen), Absatz 1 litera c festgehalten wird, ist dann "die bessere Tordifferenz aus den direkten Meisterschaftsspielen der betreffenden Mannschaften gegeneinander" ausschlaggebend. Und hier wird der SK Rapid, dessen kumuliertes Torverhältnis in den Spielen gegen den LASK und Salzburg bei -3 (9:12) liegt, definitiv hinter den Mozartstädtern landen.
Der einstige Serienmeister weist nämlich schon vor der Partie beim LASK (10. Mai, 17 Uhr, LIVE! bei kicker) ein Verhältnis von +6 auf und würde dieses bei einem Sieg in Oberösterreichs Landeshauptstadt weiter nach oben schrauben. Der LASK steht nach dem Erfolg über Rapid nunmehr bei einem Torverhältnis von -1 (14:15).
Endgültig passé ist die Meisterchance seit Montagabend auch für die Wiener Austria, die am kommenden Sonntag (17 Uhr, LIVE! bei kicker) im Derby bei Rapid gastiert. Im Titel-Dreikampf beschränkt sich die Spannung hingegen auf die Parallelspiele in Linz sowie auf Sturms Gastspiel in Hartberg. In der eigenen Hand hat es nur mehr der LASK, der die beiden letzten Runden mit zwei (Sturm) bzw. vier (Salzburg) Zählern Vorsprung in Angriff nehmen wird.