Erst am gestrigen Freitag hatte der DFB sein Quartier bei der kommenden Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika bekannt gegeben - die Wake Forest University in North Carolina. Dort möchten beim Endturnier zwischen 11. Juni und 19. Juli auch einige Stuttgarter Bundesliga-Profis wohnen. Gute Argumente dafür sammelten am Samstagabend sowohl Deniz Undav als auch Jamie Leweling.
Beide Offensivmänner trugen sich mit einem Treffer sowie zwei Vorlagen beziehungsweise mit einem Doppelpack beim 4:1-Sieg in Leverkusen zum Jahresauftakt dick in die Scorerliste ein. Und bestätigten damit nathlos ihre jeweilige Form von vor Weihnachten.
Die Zahlen dazu: Undav hat nun in seinen jüngsten sieben Ligaspielen stolze acht Treffer (plus eben diese zwei Assists) markiert, Leweling drei Tore und zwei Vorlagen in drei Partien verbucht. Dementsprechend äußerte Letzterer beim Gespräch mit Sky auch nach dem Erfolgserlebnis bei der Werkself, die die Schwaben zuletzt in einem Bundesliga-Vergleich 2018 (!) besiegt hatten, einen Gedankengang Richtung WM im Sommer: "Ich wünsche mir natürlich, dass ich dort (an der Wake Forest University; Anm. d. Red.) auch ein paar Nächte verbringen darf."
Der VfB hat "hier schon sehr oft gelitten"
Die Entscheidung liegt letztens Endes natürlich bei Bundestrainer Julian Nagelsmann, dieser wird die starken Leistungen der Stuttgarter Kandidaten aber sicherlich notiert haben. Zumal der VfB auch als Gesamtkonstrukt unter Coach Sebastian Hoeneß, der selbst in seiner Laufbahn an der Seitenlinie (für Hoffenheim und Stuttgart) in bis dato elf Duellen mit Leverkusen nie gewonnen hatte, gut funktioniert. Die Spitzengruppe hinter dem souveränen Spitzenreiter aus München wurde mit diesem Auswärtsdreier noch fester ins Auge gefasst.
Dementsprechend positiv war auch Sportvorstand Fabian Wohlgemuth gelaunt - auch ob des gebannten Siegfluchs gegen die Werkself: "Offensichtlich war es so, dass sich in den letzten Monaten und Jahren etwas aufgestaut hat. Wir haben hier schon sehr oft gelitten. Deswegen haben wir uns diesen Abend mit dem Ergebnis redlich verdient. Von Anfang an haben wir die Leverkusener nicht zur Entfaltung kommen lassen. Das war absolut überragend." Angesprochen auf die DFB-Kandidaten sagte Wohlgemuth zudem: "Wenn man über die WM redet, denke ich schon, dass der ein oder andere heute einen richtigen Schritt gemacht hat."
Eben wie Leweling, der den Sieg in der BayArena an diesem 16. Spieltag wie folgt einschätzte: "Wir waren direkt griffig. Natürlich hatte Leverkusen auch ein paar Chancen, aber Alex (Alexaner Nübel; Anm. d. Red.) hat gut gehalten und wir haben vorne die Dinger reingemacht. 4:0 zur Halbzeit hat mich selbst ein bisschen überrascht. Es war einfach sehr gut."
Leweling-Abgang? "Wir haben was vor hier"
Sogar so gut, dass ein Abschied vom VfB - ein Angebot in diesem Winter in Höhe von 40 Millionen Euro vom AFC Bournemouth hatte Stutgart bereits abgelehnt - gar kein Thema bei Leweling ist. "Die klassische Floskel ist ja: 'Ich will nicht gehen, ich will hier bleiben.' Das stimmt auch", sagte der 24-jährige gebürtige Nürnberger dazu. "Wir haben was vor hier als Mannschaft. Ich auch. Es ist schön, Angebote zu bekommen, aber ich fühle mich hier wohl." Man habe auch gesehen, "dass mich das nicht beschäftigt und dass ich hier Gas geben will".