Seit 2021 und seinem damaligen Aufstieg mit dem FC Brentford ist Thomas Frank Premier-League-Trainer, insofern hat er schon seine Erfahrungen gemacht mit Joao Palhinha. Sein Fazit: Der Portugiese, von 2022 bis 2024 beim FC Fulham unter Vertrag, ist einer der Spieler, die man lieber in der eigenen Mannschaft hat.
"Ich habe ihn genau beobachtet und erinnere mich an die Kämpfe, die wir mit ihm ausgetragen haben", weiß der neue Trainer der Tottenham Hotspur noch. "Es war so nervig, gegen ihn zu spielen." Dieses Problem hat Frank ab sofort nicht mehr: Die Spurs haben Palhinha für eine Saison vom FC Bayern ausgeliehen - samt Kaufoption.
Und Frank kann sein Glück offenbar kaum fassen. "Ja, ich war ein wenig überrascht", gestand der Däne gegenüber dem Portal football.london angesichts des Umstands, dass die Bayern bereit waren, Palhinha, um den sie so lange gebuhlt hatten, nach nur einem Jahr wieder abzugeben. "Aber das ist mir eigentlich egal." Derzeit gebe "es nicht viele klare Sechser auf dem Markt, daher haben wir großes Glück, ihn zu bekommen".
Palhinha sei ein "Top-Spieler", der in der Premier League "jeden" beeindruckt habe, Stammspieler in Portugals Nationalteam obendrein. Ob nun "der Trainer, die Kultur, der Verein oder er selbst" der Grund dafür gewesen seien, dass die Bayern ihn ziehen ließen: "Für mich zählt nur, dass er kommen wollte und wir ihn haben wollten", so Frank.
Frank klingt wie Tuchel
Palhinha, mit dem Bayern-Coach Vincent Kompany nicht viel anzufangen wusste, gebe Tottenhams Kader als "klare Nummer sechs" etwas, "was wir noch nicht haben", findet der Däne und klingt dabei ein wenig wie Kompany-Vorgänger Thomas Tuchel, der Palhinha unbedingt haben wollte, aber nicht bekam. Auch Frank schätzt die "defensiven Qualitäten, seine Fähigkeit, sehr diszipliniert im Zentrum zu stehen, seine Ballverteilung" und die Art, wie er "das Spiel unterbrechen" kann, "vor allem, wenn man auswärts oder gegen gute Kontermannschaften spielt. Es ist sehr wichtig, jemanden zu haben, der nicht wegläuft", also seine Position verlässt, "oder sich von etwas ablenken lässt."
Dass der neue Mann im Juli 2026 bereits 31 wird, wenn die Spurs ihn für kolportierte 30 Millionen Euro fest verpflichten können, interessiert Frank erst mal wenig. Palhinhas Erfahrung sei ein wichtiger Faktor gewesen. Und außerdem "ist es wichtig, ein paar Spieler zu haben, die sofort performen können".