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Wer das größte Transfer-Plus machte - und wer das größte Minus

kicker

Die Premier League hat in diesem Sommer einmal mehr alle Dimensionen gesprengt. Bei den gezahlten Ablösesummen knackte sie am Deadline Day die Marke von drei Milliarden - Pfund, wohlgemerkt, womit es sich um rund 3,5 Milliarden Euro handelt. La Liga, die Serie A, die Bundesliga und die Ligue 1 kamen nicht einmal zusammengerechnet auf eine solche Summe.

Aus Europas Top-5-Ligen ist zumindest finanziell längst eine Top-1-Liga mit vier abgehängten Verfolgern geworden, und so ist es auch kein Wunder, dass unter den fünf Klubs, die für die größten Ausreißer in diesem Transfersommer sorgten, gleich vier aus England sind.

Höchste Transferausgaben: FC Liverpool - ca. 480 Millionen Euro

Kein Klub weltweit gab in diesem Jahr - und jemals in einem Sommer - so viel Geld für Ablösesummen aus wie der englische Meister, der für Florian Wirtz (125 Millionen Euro) und Alexander Isak (144 Millionen Euro) gleich zweimal den Premier-League-Rekord brach. Isak, der sich erfolgreich aus Newcastle wegstreikte, ist sogar nach Neymar und Kylian Mbappé der teuerste Einkauf der Fußballgeschichte. Weil auch noch Hugo Ekitiké für 88 Millionen Euro aus Frankfurt kam, gehen die drei kostspieligsten Wechsel des Sommers allesamt auf Liverpools Konto.

Die Reds konnten es sich trotz der strengen Financial-Fairplay-Regeln in der Premier League leisten, weil sie in den vergangenen Jahren deutlich sparsamer vorgegangen waren und weil sie dank Luis Diaz & Co. immerhin auch über 200 Millionen Euro Einnahmen generierten. Eigentlich hätte der Klub sogar gerne noch die 500-Millionen-Marke geknackt, doch Crystal-Palace-Kapitän Marc Guehi bekam im letzten Moment doch keine Freigabe für seinen Transfer über rund 40 Millionen Euro, die Palace am Montag bereits akzeptiert hatte.

Höchste Transfereinnahmen: FC Chelsea - ca. 330 Millionen Euro

Die gewohnt umtriebigen Blues hatten im Sommer 2024 die höchsten Einnahmen (ca. 175 Millionen Euro) und Ausgaben (ca. 230 Millionen Euro) verzeichnet. Diesmal erhöhten sie beide Werte deutlich, liegen dank Liverpool aber nur noch bei den Einnahmen vorn. Die dickste Überraschung aber: Weil sie knapp weniger ausgaben, verzeichnen sie 2025 sogar ein waschechtes Transfer-Plus, auch wenn dieses nur bei rund drei Millionen Euro liegt.

Unfassbare 22 Spieler gab Chelsea ganz, elf auf Leihbasis ab. Das meiste Geld brachten Noni Madueke (für rund 55 Millionen Euro zu Arsenal) und Ex-Bundesliga-Torschützenkönig Christopher Nkunku (für rund 37 Millionen Euro zur AC Mailand) - beide hatte der Klub-Weltmeister erst 2023 für viel Geld verpflichtet. Wieder einmal verkauften die Londoner auch Spieler erfolgreich, die wie BVB-Neuzugang Carney Chukwuemeka oder Lesley Ugochukwu (nach Burnley) nur eine Handvoll Spiele für sie absolviert haben.

Der stetige Kader-Umbau - immer mit dem Ziel, ihn jung und hungrig zu halten, damit auch Transfer-Werte für die Zukunft zu schaffen und so etwaige Financial-Fairplay-Engpässe zu umgehen -, scheint unter der Führung von Todd Boehly fest zur neuen Klub-DNA zu gehören.

Höchstes Transfer-Plus: AS Monaco und AFC Bournemouth - ca. 100 Millionen Euro

Zwei Klubs brachten es fertig, den Transfersommer mit einem neunstelligen Plus zu beenden. Und mit Bournemouth ist sogar ein gestandenes Premier-League-Mitglied dabei: Die Cherries verkauften mit Ilya Zabarnyi (PSG), Dean Huijsen (Real Madrid) und Milos Kerkez (Liverpool) drei Viertel ihrer Vorjahres-Viererkette für rund 170 Millionen Euro, dazu noch Dango Ouattara für über 40 Millionen Euro an Brentford. Gleichzeitig griffen sie bei den Nachfolgern in ein niedrigeres Regal. Mit sechs Punkten aus drei Spielen gelang der Saisonstart trotzdem.

Die AS Monaco, der einzige nicht-englische Klub unter den Ausreißern, machte mit Flügelstürmer Eliesse Ben Seghir (für 32 Millionen Euro nach Leverkusen) und Innenverteidiger Wilfried Singo (für 31 Millionen Euro zu Galatasaray) ein junges Duo zu Geld. Bei den Neuzugängen setzte der Klub vor allem auf günstige Routiniers (Lukas Hradecky, Eric Dier) und Spieler, die ihrer Karriere noch mal Schwung verleihen wollen (Ansu Fati, Paul Pogba). Damit soll auch im dritten Jahr unter Trainer Adi Hütter der Champions-League-Einzug gelingen.

Höchstes Transfer-Minus: FC Arsenal - ca. 280 Millionen Euro

Die Gunners wollen nach drei Vizemeisterschaften hintereinander endlich ganz vorne stehen in der Premier League und scheuten dafür kein finanzielles Risiko. Angeführt von Martin Zubimendi (für 70 Millionen Euro von Real Sociedad) kamen mit Eberechi Eze (Crystal Palace), Viktor Gyökeres (Sporting Lissabon) und Noni Madueke (Chelsea) gleich vier Spieler, die mehr als 50 Millionen Euro kosteten. Mit Leverkusens Piero Hincapie gibt es sogar noch einen fünften, dessen Ablöse aber erst 2026 fällig wird und deshalb in den fast 300 Millionen Euro Gesamtausgaben noch gar nicht berücksichtigt ist.

Dass dem nur etwas mehr als zehn Millionen Euro Einnahmen gegenüberstehen, untermauert die Wünsche von Trainer Mikel Arteta: Der Kader sollte in der Spitze, vor allem aber auch in der Breite verstärkt werden. Klar ist: Die Champions League sollten die Gunners nach diesem Sommer schon mal lieber nicht verpassen.