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Wie Guehis Liverpool-Transfer nach der Deadline noch platzte

kicker

Als wäre nicht schon alles turbulent genug gewesen, tauchte am Montagabend auch noch dieses geleakte Video auf. In über drei Minuten, untermalt von emotionaler Musik, scheint Crystal Palace darin seinen Abwehrchef Marc Guehi zu verabschieden. "Thank you, Skip", heißt es zum Abschluss, "Danke, Kapitän".

Doch es gab einen guten Grund, warum dieser Clip nie auf einem offiziellen Vereinskanal veröffentlicht wurde: Guehi hat Palace gar nicht verlassen. Sein Wechsel zum FC Liverpool platzte am Deadline Day auf dramatische Weise - und sogar erst, als die 20-Uhr-Frist bereits abgelaufen war.

Palace akzeptierte Liverpools Angebot - dann wurde es dramatisch

Bis zum Sonntag hatten sich die Reds Zeit gelassen, um ein erstes offizielles Angebot für den Innenverteidiger abzugeben, hinter dem sie schon den ganzen Sommer her waren. Sie wussten ja, dass Palace ein Jahr vor Ablauf des Vertrags zu einem Verkauf bereit war, das hatte Klubboss Steve Parish nach dem Community Shield gegen Liverpool (2:1) sogar öffentlich erklärt.

Die erste Offerte lehnte Palace noch ab, die zweite am Montag - angeblich 40 Millionen Euro plus Weiterverkaufsbeteiligung - akzeptierte der FA-Cup-Sieger dann jedoch. Guehi, der zuvor seinen Wechselwunsch hinterlegt hatte, startete Medienberichten zufolge sogar bereits seinen Medizincheck in London, ehe es dramatisch wurde. Palace-Trainer Oliver Glasner, der bereits am Sonntag öffentlich Guehis Verbleib gefordert hatte, lieferte sich dem Guardian zufolge "hitzige Diskussionen" mit Parish, der offenbar sogar fürchten musste, der Erfolgstrainer könnte hinschmeißen, sollte er seinen Kapitän auf den letzten Drücker verlieren.

Gleichzeitig platzte die angedachte Leihe von Brighton-Verteidiger Igor Julio, der sich bereits auf dem Weg zu Palace befunden hatte, dann aber doch lieber zu West Ham wechselte. Es ist allerdings ohnehin unwahrscheinlich, dass Glasner Guehis Verkauf zugestimmt hätte, wenn der 27-jährige Brasilianer gekommen wäre. Der Österreicher hatte am Sonntag betont, dass die im März getroffene Vereinbarung mit Parish vorsah, einen Guehi-Ersatz bis zum 1. Juli zu verpflichten. Der 19-jährige Jaydee Canvot, den Palace am Montag für knapp 25 Millionen Euro aus Toulouse holte, galt ohnehin nicht als Soforthilfe.

Liverpool verschaffte sich zwei Extra-Stunden - vergeblich

Liverpool hoffte zwar weiter auf Guehi und reichte bei der Premier League sogar rechtzeitig die nötigen Transfer-Dokumente ein, womit die Verantwortlichen nach der 20-Uhr-Deadline zwei weitere Stunden gewannen, um den Wechsel perfekt zu machen. Doch der Wunschspieler war nicht mehr zu bekommen. Glasner blieb hart, und so blieb es am Ende auch Parish, der Guehi eigentlich unter keinen Umständen ablösefrei verlieren wollte.

Genau das droht nun im Sommer 2026, wenn Guehis Vertrag ausläuft und Liverpool wieder Thema werden könnte - wenn nicht sogar schon im Winter, sollte Palace bis dahin adäquaten Ersatz finden. Bis dahin ist Glasner gefordert, die "erfolgreiche Saison", die seiner Aussage nach nur mit Guehi möglich ist, auch zu liefern; während Liverpool mit dem Innenverteidiger-Quartett Virgil van Dijk, Ibrahima Konaté, Joe Gomez und Jung-Neuzugang Giovanni Leoni planen muss.

Es ist schon kurios: Die Reds, die am Montag für Alexander Isak zum zweiten Mal nach Florian Wirtz den Premier-League-Rekord brachen, gaben in diesem Sommer fast 500 Millionen Euro für hochkarätige Neuzugänge aus - und beendeten das Transferfenster doch mit einer bitteren Enttäuschung.