Fehlercode: %{errorCode}

Wie Neuer den FC Bayern besser macht

kicker

Von der Klub-WM aus Miami, Florida, berichtet Georg Holzner

Manuel Neuer kennt seinen Körper bestens. Spätestens nach mehreren Knochenbrüchen bekommt man ein sehr gutes Gefühl dafür. Deshalb hat der bayerische Kapitän selbst in der entscheidenden Champions-League-Phase nichts riskiert. Sein 17 Jahre jüngerer Stellvertreter, Jonas Urbig, stand im Viertelfinale gegen Inter Mailand (1:2, 2:2) zwischen den Pfosten. Neuer wollte erst wieder spielen, wenn er wirklich bei 100 Prozent ist.

Letztlich war es der 33. Spieltag, am 10. Mai, gegen Borussia Mönchengladbach, als er sein Comeback gab. Die Münchner gewannen das Heimspiel, das zugleich das letzte von Thomas Müller im Bayern-Trikot war, mit 2:0. Neuer parierte mehrmals herausragend. Wie in besten - und alterstechnisch jüngeren - Zeiten. Top Reflexe, gutes Timing beim Herauslaufen, fußballerisch nach wie vor präzise.

Urbig hat sich gut eingelebt - sein Bruder wurde beim FCB angestellt

Oft merkt man erst, wenn jemand nicht mehr da ist, was fehlt. Bei Neuer hingegen war es diesmal so, dass man nach seiner Rückkehr definitiv gemerkt hat, was in seiner Abwesenheit gefehlt hat. Allein seine Erfahrung und Ausstrahlung sind unersetzlich. Neuer hat das, was Urbig, wie soll es auch anders sein, noch nicht haben kann.

Der im Winter vom 1. FC Köln verpflichtete Torhüter (rund 10 Millionen Euro Ablöse) hat zwar für seine 21 Jahre ein sehr selbstbewusstes Auftreten, das ihm sicherlich in manchen Situation hilft - die Größe und die Bedeutung so mancher Spiele beim FC Bayern muss er jedoch erst kennenlernen, ebenso, wie dieser Verein funktioniert. Urbig soll bei der Klub-WM auf einen Einsatz gehofft (womöglich etwas gedrängt) haben - allerdings ist klar vereinbart, dass Neuer, sofern er fit ist, unangefochten und durchgehend im Tor stehen wird. Das hatte auch Trainer Vincent Kompany schon vor Turnierbeginn verdeutlicht. "Das ist alles schon lange vorher besprochen, ich meine im Januar", sagte der Belgier: "Jonas kennt seine Rolle. Manu war wieder auf Top-Niveau."

Bayern wird Neuer für eine erfolgreiche Klub-WM brauchen

Grundsätzlich hat sich Urbig schnell und gut eingefunden beim deutschen Rekordmeister. Trotz Daniel Peretz und Sven Ulreich ist er die Nummer 2. Die richtige Position für ihn, um weiter lernen zu können. Denn klar ist auch, und das haben die Partien bei dieser Klub-Weltmeisterschaft einmal mehr bewiesen: Kapitän Neuer ist richtig gut drauf und in dieser Form unersetzlich. Sein Reflex gegen Boca Juniors, als er die Bayern noch in der ersten Hälfte vor dem Ausgleich bewahrt, ebenso seine Parade gegen Benfica beim Stande von 0:0.

Neuer macht die Bayern besser. Er und Michael Olise sind die derzeitigen Garanten für Erfolg - oder zumindest diejenigen, auf die sich die Mannschaft von Trainer Kompany verlassen kann. Und wie so oft: Es wird einen starken Neuer brauchen, um bei dieser Klub-Weltmeisterschaft weit zu kommen.