"Ruf- und geschäftsschädigend"
Ein Sponsoring-Streit überschattet beim VfB Stuttgart die Vorbereitungen auf das DFB-Pokal-Finale gegen Arminia Bielefeld an diesem Samstagabend (20 Uhr, LIVE! bei kicker). Am Vormittag hatten die Schwaben mitgeteilt, dass kurzfristig die Landesbank Baden-Württemberg Winamax als Brustsponsor auf dem Finaltrikot ersetzen wird - "aus vertraglichen Gründen", wie es von Vereinsseite nur hieß. Nun reagierte der Sportwettenanbieter mit harten Vorwürfen.
"Mit großer Verwunderung nehmen wir zur Kenntnis, dass der VfB Stuttgart heute Abend im DFB-Pokal-Finale ohne seinen Haupt- und Trikotsponsor Winamax auf der Brust antritt", teilte das Pariser Unternehmen in einer Stellungnahme mit. "Dies stellt einen klaren Verstoß gegen unsere vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit dar. Der VfB lässt ein weiteres Mal die Grundsätze einer starken Partnerschaft vermissen, die von Zuverlässigkeit, Aufrichtigkeit und Fairness geprägt sein sollte."
Winamax ist offenbar bereits seit geraumer Zeit eine Tranche schuldig geblieben, nach kicker-Informationen handelt es sich um 2,5 Millionen Euro. Der VfB drohte dem Wettanbieter damit, ihn bei Nichtzahlung von der Brust für das Finaltrikot zu nehmen. Eine Ansage, die bei den Franzosen offenbar nicht verfing - und auf die sie in ihrem Statement auch nicht eingehen. Stattdessen nennen sie Beispiele für aus ihrer Sicht "wiederholt ruf- und geschäftsschädigende Handlungen gegenüber unserem Unternehmen".
VfB verstoße "gegen geltendes Vertragsrecht"
So habe man aus den Medien erfahren, dass der VfB die gemeinsame Partnerschaft 2025 beenden werde, behauptet Winamax. Außerdem habe der Klub im vergangenen September die LBBW als neuen Hauptsponsor vorgestellt "trotz wiederholter Gespräche zwischen dem Vorstand des VfB Stuttgart und Winamax und entgegen unserer eindeutigen Bitte, mit der Ankündigung des neuen Trikot- und Hauptsponsors zu warten". Der VfB habe dabei "erneut intransparent" gehandelt.
Ob Winamax rechtliche Schritte ergreift, mit denen die Stuttgarter rechnen, lässt die Stellungnahme offen. Allerdings erklärt der Sportwettenanbieter, der bei den VfB-Fans kritisch gesehen wird, abschließend: "Die nun für alle öffentlich sichtbare Aktion im Rahmen des DFB-Pokal-Finales verstößt gegen geltendes Vertragsrecht. Als wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen ist Winamax seit 15 Jahren im Sportsponsoring tätig und pflegt konsequent ein enges Verhältnis zu seinen Partnern, das auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen beruht. Unser Engagement gegenüber dem VfB Stuttgart bildet diesbezüglich keine Ausnahme. Es ist bedauerlich, dass dieser Maßstab nicht von beiden Seiten an die nun endende Zusammenarbeit angelegt wurde."
Der VfB hatte seinerseits in Richtung von Winamax erklärt, sich "eine andere, wertschätzende Form des Ausklangs des bestehenden Trikotsponsorings gewünscht" zu haben.