Fehlercode: %{errorCode}

"Wir sind sicher nicht hier, um zu verteidigen"

kicker

So richtig gute Erinnerungen an München hat Luis Enrique in jüngerer Vergangenheit nur, wenn seine Mannschaft nicht Paris St. Germain war oder der Gegner nicht FC Bayern München hieß. Beim Champions-League-Triumph 2015 mit dem FC Barcelona reichte seinem Team im Halbfinal-Rückspiel in der Allianz-Arena eine 2:3-Niederlage nach dem 3:0-Erfolg im Hinspiel. "Das ist eine andere Quelle der Motivation für mich", sagte der Spanier. Eine weitere ist natürlich der 5:0-Sieg im Finale der Königsklasse gegen Inter Mailand vor gut einem Jahr, das ebenfalls München über die Bühne ging.

"Herrliche Gedanken" habe Luis Enrique immer noch an diesen Abend, und es wäre immer "ein echtes Vergnügen" für ihn, nach München zurückzukehren. Doch in München und gegen die Bayern lief es für Luis Enrique und PSG bislang alles andere als vergnüglich. In der Saison 2022/23 war nach einem 0:2 im Rückspiel in München (Hinspiel 0:1) im Achtelfinale Schluss, beim letzten Duell in Fröttmaning verlor PSG in der Gruppenphase im November 2024 mit 0:1. Kein Wunder also, dass auch Warren Zaire-Emery die Anreise "mit gemischten Gefühlen" antrat.

Der PSG-Allrounder, der im Hinspiel noch im linken Mittelfeld auflief, könnte auf der rechten Abwehrseite den verletzten Achraf Hakimi ersetzen und wäre dann an einem der Schlüsselduelle beteiligt. Schließlich würde dem 20-Jährigen die Aufgabe zukommen, den im Hinspiel überragenden Luis Diaz im Zaum zu halten und so einen ähnlich wilden Schlagabtausch wie beim 5:4 im Hinspiel womöglich zu verhindern.

Doch so recht scheint das - zum Glück - eigentlich sowieso keiner zu wollen. "Man muss überlegen, was beide Mannschaften hierher gebracht hat", hatte Bayern-Coach Vincent Kompany bereits am Dienstagnachmittag erklärt. "Deswegen ist es für Paris schwer vorzustellen, dass sie anders auflaufen. Und für uns auch."

Gedanken an Rafael Nadal

Ganz ähnliche Worte wählte dann auch Luis Enrique. "Ich kann nach diesem Hinspiel nicht sagen, dass es anders wird. Ich glaube nicht, dass eine Mannschaft der anderen erlauben wird, besser zu sein." Von Ergebnisfußball nahm der Spanier Abstand. Das Spiel zu gewinnen, sei die "Herausforderung", die es anzugehen gilt. "Es ist wichtig, in solchen Spielen zu zeigen und zu wissen, warum wir hier sind."

Auch einen kleinen Exkurs in den Tennissport nahm Luis Enrique vor. Der einstige Tennis-Weltstar Rafael Nadal habe einmal gesagt, dass ihn die Extraklasse seiner Dauerrivalen Roger Federer und Novak Djokovic erst dazu gebracht habe, noch besser zu werden. "Wir bewundern Bayern, sie spielen sehr guten Fußball. Aber es ist noch eine Extra-Motivation für uns, jemanden zu schlagen, der so exzellent ist."

Und so erwartet die Fans womöglich das nächste Fußballfest mit einer Intensität, die laut PSG-Trainer "gleich oder noch heftiger" sein dürfte. "Wir wollen so viel wie möglich in ihrer Hälfte spielen. Wir haben alles, was wir brauchen, um den Ball zu halten und anzugreifen. Und das werden wir versuchen." Auch seine folgende Aussage dürfte den Fußballfans förmlich auf der Zunge zergehen: "Wir sind sicher nicht hier, um zu verteidigen."