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Woltemade per Kopf zum Matchwinner: "Ich war darauf vorbereitet"

kicker

85 Millionen Euro war Nick Woltemade Newcastle United wert, was dem VfB Stuttgart wenige Tage vor Transferschluss eine mehr als ordentliche Summe in die Kasse spülte. Doch auf das Debüt für seinen neuen Verein musste der Stürmer, der durch die hohe Ablöse direkt unter Druck stand, als Nachfolger von Alexander Isak abzuliefern, noch warten. Für zwei Länderspiele ging es kurz nach dem Wechsel nach wenigen Tagen in England erstmal wieder zurück in die Heimat.

Im Trikot der Nationalmannschaft überzeugte Woltemade - wie viele seiner Kollegen - zwar nicht, dass es bei seiner Auswechslung in Köln gegen Nordirland (3:1) aber Pfiffe hagelte, war für neutrale Beobachter nur bedingt nachvollziehbar. Vielmehr schien es so, als hätten die Fans den 23-Jährigen zum Sündenbock für die Leistungen der deutschen Mannschaft auserkoren.

Howe: "Er hat sein Tor brillant erzielt"

So war es fast Befreiung für Woltemade, dass ihn Newcastle-Coach Eddie Howe aufgrund der ausgedünnten Offensivreihe im Spiel gegen die Wolverhampton Wanderers direkt, wie angedeutet, in die Startelf beorderte und er sich vor einem ganz anderen Publikum präsentieren durfte.

"Ich war vier Tage hier, daher war alles neu für mich. Der Trainer hat mir ein gutes Gefühl gegeben", bestätigte Woltemade gegenüber der BBC. "Ich habe mich auf dem Platz wohlgefühlt und wusste, was ich zu tun hatte."

Dies demonstrierte der Angreifer auch in der 29. Minute, als er eine feine Flanke von Jacob Murphy per Kopf zum Führungstreffer veredelte. Der Vorlagengeber habe ihm gesagt, "dass er immer Flanken schlagen wird", verriet Woltemade. "Ich war darauf vorbereitet." Zwar gilt das Kopfballspiel nicht als Woltemades größte Stärke, doch mit drei von vier gewonnen Duellen in der Luft unterstrich der 1,98 Meter großgewachsene Stürmer, dass auch dies noch ein Faktor für Newcastle in der Saison werden könnte.

"Er hat sein Tor brillant erzielt", lobte Howe seinen neuen Offensivspieler, auch wenn dieser mit 20 am wenigsten Ballkontakte aller Akteure in den Reihen der Magpies hatte. "Er war sehr stark, ich war sehr zufrieden mit ihm. Taktisch hat er verstanden, was wir wollten", fuhr der Trainer fort.

„Es war ziemlich hart, ich hatte Krämpfe.“ (Nick Woltemade)

Weil aber Woltemade direkt auch schon die robuste Gangart in der Premier League zu spüren bekam ("Es war ziemlich hart, ich hatte Krämpfe."), war für ihn nach etwas mehr als einer Stunde schon wieder Schluss. So musste er von der Bank aus mit ansehen, wie seine neuen Teamkollegen den knappen Vorsprung zum ersten Saisonsieg über die Zeit brachten.

Erst der dritte deutsche Tor-Debütant

"Der Tag hätte nicht besser sein können", so Woltemade. "Ich war glücklich und habe mir die Gesichter angesehen. Für einen Stürmer ist es wichtig, ein Tor zu schießen." Dies gelang ihm als erst dritter Deutscher nach Jürgen Klinsmann (1994 für die Tottenham Hotspur) und Ilkay Gündogan (2016 für Manchester City) beim Debüt in der Premier League.

"Es ist genau der richtige Ort für mich im Moment. Alle haben sich sehr auf mein Debüt gefreut. Ich bin froh, dass ich sie glücklich machen konnte", hielt Woltemade trotz der Wehwehchen fest. Nun möchte er sich noch weiter "an diese Liga anpassen, das ist wirklich schwer".

Erst einmal geht es für Woltemade und Co. aber international in der Champions League weiter. Am Donnerstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) gastiert der FC Barcelona im St. James' Park - wo der Matchwinner, der in der Vorsaison beim VfB aus dem Kader der Königsklasse gestrichen wurde, mit Sicherheit nichts gegen einen weiteren Debüt-Treffer einzuwenden hätte.