Aus Basel berichtet Gunnar Meggers
Am Ende stand zwar nicht mehr die Null - so wie in den drei Spielen zuvor. Aber den deutschen Spielerinnen war das nach dem 2:1-Sieg gegen Dänemark in Basel am Dienstag einerlei.
"Wir sind sehr glücklich, dass wir die drei Punkte geholt haben", bilanzierte die Münchnerin Klara Bühl, die nicht hochklassige, aber aufregende Partie gegen die Skandinavierinnen vor mehr als 34.000 Zuschauern. "Es war ein sehr kurioses Spiel. Es war wirklich alles dabei: Ein Elfmeter wurde zurückgenommen, dann wurde einer gegeben. Sogar die Schiedsrichterin war verletzt und musste behandelt werden."
Wück über Bergers Risiko: "Müssen andere Lösungen finden"
Zur Aufregung während der insgesamt 116 Minuten Spielzeit trug auch die deutsche Torhüterin Ann-Katrin Berger ihren Teil bei. Die 34-Jährige sorgte mit ihrer extrem riskanten Spielweise wie beim Dribbling gegen Amalie Vangsgaard in der 59. Minute nicht nur bei den 17.000 mitgereisten deutschen Fans im St. Jakob-Park mehrfach für hohe Pulsfrequenzen, sondern auch bei ihrem Trainer. "Nein", antwortete Christian Wück auf die Frage, ob die riskanten Aktionen seiner Torhüterin befürworte. "Mehr kann ich erstmal nicht sagen. Aber ich kann sagen, dass wir andere Lösungen finden müssen, sonst werde ich nicht alt."
Berger selbst reagierte noch am Abend gelassen auf die kritischen Worte des Bundestrainers: "Mal gucken, was er zu sagen hat. Ich muss ehrlich sagen, dass ich ein echt gutes Gefühl hatte. Aus Zuschauersicht sieht es anders aus als bei mir. Deswegen würde ich es wahrscheinlich wieder so machen. Aber wenn der Cheftrainer etwas anderes sagt, muss ich gucken, ob ich es weiterhin mache."
Ihre Spielweise sei nun mal so riskant angelegt, erklärte die deutsche Nummer 1. "Vielleicht kann ich es minimieren", meinte Berger, "aber komplett weglassen werde ich es nicht", kündigte sie an.
Minge und Nüsken entspannt: "Sie hat so eine Ruhe"
Die neue Kapitänin stand ihrer Torhüterin verbal zur Seite: "Ann-Katrin strahlt eine enorme Sicherheit aus. Wenn ich den Ball zu ihr zurückspiele, weiß ich, dass er gut aufgehoben ist. Ich habe volles Vertrauen in sie", sagte Innenverteidigerin Janina Minge.
Auch Vize-Kapitänin Sjoeke Nüsken unterstützte Berger: "Anne hat es gut gemacht. Sie hat so eine Ruhe." Nüsken schränkt aber auch ein: "In ein oder zwei Situationen am Ende kann man den Ball auch mal lang spielen. Ich denke, sie wird ihre Lehren daraus ziehen."