Kevin Mbabu - FC Midtjylland
Kevin Mbabu träumt davon, zurück in den Kreis der Nationalmannschaft zu kehren. Das zeigt den Verlust des Stellenwerts auf, den der Aussenverteidiger erlitten hat. Jahrelang gehörte Mbabu fix zum Aufgebot der Nati. Das hat sich zuletzt verändert. Trotz keiner grossen Breite auf der Aussenverteidigerposition bevorzugt Murat Yakin andere Spieler.
Bei Midtjylland ist der Schweizer seit gut einer Saison Stammspieler. Beim dänischen Spitzenverein möchte sich der 30-Jährige aufdrängen. Das wird ihm nur gelingen, wenn er auch auf europäischem Parkett gute Leistungen zeigt. Mit seinem Verein spielt Mbabu in der Europa League. Beim 2:0 gegen Sturm Graz stand der Schweizer 69 Minuten auf dem Feld.
Lucas Blondel - Boca Juniors
Aus Argentinien hat Murat Yakin Lucas Blondel ausgegraben. Der Spieler der Boca Juniors hat Schweizer Vorfahren und konnte so einen Schweizer Pass beantragen. In vier Länderspielen wurde der Aussenverteidiger dann eingesetzt. Auch beim US-Zusammenzug im letzten Sommer war Blondel noch dabei. In zwei Teileinsätzen verbuchte er mit einem Assist auch seinen ersten Scorer für die Nationalmannschaft. Im Herbst hat Murat Yakin dann aber andere Spieler bevorzugt. Blondel wird wohl nur noch eine Chance in der Nationalmannschaft erhalten, wenn sich etabliertere Akteure verletzen. Isaac Schmidt und Miro Muheim haben die Nase vorne.
Jonas Omlin - Borussia Mönchengladbach
Einst machte sich der Schweizer gar Hoffnungen, nach Yann Sommer die Nummer eins im Kasten der Nationalmannschaft zu werden. Diesen Kampf verlor Jonas Omlin gegen Gregor Kobel. Seither läuft es für Jonas Omlin auch im Verein nicht gut.
Immer wieder verletzte sich Jonas Omlin - teilweise gar schwer. Sein Stellvertreter, Moritz Nicolas, erledigte seinen Job in Omlins Abwesenheit souverän. Das hatte dann in diesem Sommer eine Wachablösung zur Folge. Nicolas ist die neue Nummer eins im Tor der Fohlen. Omlin musste sein Amt als Captain und auch den Platz im Kasten abgeben. Damit ist der Goalie auch kein Thema für die Nationalmannschaft. Die Dichte an guten Torhütern ist schlicht zu gross, als dass Murat Yakin einen Ersatztorhüter aufbieten müsste.
Ulisses Garcia - Olympique Marseille
Ulisses Garcia fungierte lange im Dunstkreis der Nationalmannschaft. Trotzdem hat es der Linksverteidiger nur auf elf Einsätze geschafft. An Ricardo Rodriguez gab und gibt es einfach keinen Weg vorbei. Das hat sich auch jetzt noch nicht geändert.
In der laufenden Qualifikationsphase wurde Garcia noch nicht aufgeboten. Auch beim Verein spielt der 29-Jährige nur eine untergeordnete Rolle. Erst einmal stand der fünffache Schweizer Meister in der Startelf bei Olympique Marseille. Das ist zu wenig, um sich Murat Yakin zu präsentieren. Wenn Garcia noch auf einen allfälligen WM-Zug aufspringen möchte, muss er im Winter wohl den Verein verlassen.
Noah Okafor - Leeds United
Bei Leeds United ist Noah Okafor gut in das Premier League Abenteuer gestartet. Zuletzt traf der Flügelspieler bei der 1:2-Niederlage gegen Tottenham. Auch schon beim Sieg in Wolverhampton konnte Okafor einnetzen. Innert kürzester Zeit hat sich der Flügelspieler bei Leeds zum Stammspieler gemausert.
In den letzten Monaten und Jahren stockte die Karriere von Noah Okafor. Mangelnde Disziplin und kaum Spielpraxis haben ihn im Zusammenspiel mit einigen Blessuren ausgebremst. So platze auch ein Wechsel zu RB Leipzig, da er beim Medizintest durchfiel. Umso wichtiger ist es, dass Okafor jetzt in Leeds wieder sein Potenzial zeigen kann. Auch wenn der 25-Jährige im aktuellen Aufgebot nicht dabei ist, wenn er seine Leistungen aus den letzten Wochen bestätigen kann, wird Okafor schnell wieder vom Verlierer zum Gewinner in der Nationalmannschaft.
Renato Steffen - FC Lugano
Derzeit muss sich Renato Steffen von einer schweren Verletzung erholen. Nach einem Zusammenstoss mit Karlo Letica musste der Spieler des FC Lugano abtransportiert werden. In der Folge verbrachte der Flügelspieler gar zwei Tage auf der Intensivstation. An ein Nati-Aufgebot ist auch schon unter diesem Aspekt derzeit nicht zu denken.
Mittlerweile ist Renato Steffen 33 Jahre alt. Der Zahn der Zeit ist auch am Flügelspieler nicht spurlos vorbeigegangen. Seit Lugano den Vertrag mit Steffen im letzten Winter verlängerte, ist der Schweizer Nationalspieler in ein Leistungstief gefallen - zumindest was seine Scorerwerte anbelangt. Auch in der laufenden Saison hat Steffen in der Liga erst einen Assist beisteuern können. Das sind keine Argumente, die den Nationaltrainer überzeugen könnten, ihn erstmals wieder seit einem Jahr für die Nati aufzubieten. Es deutet viel darauf hin, dass kein 42. Länderspiel für Renato Steffen mehr dazukommen wird.
Kwadwo Duah - Ludogorez Rasgrad
Kwadwo Duah war die Überraschung im EM-Aufgebot 2024. Aus dem Nichts wurde Duah aufgeboten, er spielte sich durchs Trainingscamp und war dann auch an der Endrunde in Deutschland dabei. Im Spiel gegen Ungarn überzeugte Duah mit dem wichtigen Treffer zum 1:0 für die Schweiz. Nach der Europameisterschaft war Kwadwo Duah nur noch im folgenden Zusammenzug im September mit von der Partie. Aktuell fehlt der 28-Jährige verletzt, er hat noch keinen Einsatz in der laufenden Saison bestritten. So wird der Weg zurück in die Nationalmannschaft weit. Duah in der Nati - es dauerte womöglich nur einen schönen Sommer lang.
Joel Monteiro - BSC Young Boys
Der Stern von Joel Monteiro ging im Nations-League-Spiel gegen Spanien auf, doch er verglühte in den letzten Monaten wieder zusehends. Der Saisonstart der Berner Young Boys liess zu wünschen übrig. Vor allem fehlt bei den Young Boys die Konstanz. Auf Siege folgten haarsträubende Niederlagen.
Auch Joel Monteiro selbst ist ein Sinnbild des BSC. Während er in Bukarest mit zwei Toren glänzte, tauchte er in anderen Spielen komplett ab. Monteiro hat in der Super League noch keinen einzigen Scorerpunkt. Das ist auch Murat Yakin nicht verborgen geblieben. Im September war der YB-Spieler noch im Aufgebot, kam aber nicht zum Einsatz. Jetzt konnte Joel Monteiro gleich zu Hause bleiben. Murat Yakin hat lieber Cedric Itten und Andi Zeqiri aufgeboten, die in der Vergangenheit auch nicht immer dabei waren.
Dominik Schmid - FC Basel
Ein Sonderfall in dieser Liste ist Dominik Schmid. Der Linksverteidiger des FC Basel wurde einmal aufgeboten, konnte aufgrund einer Verletzung aber nicht einrücken. Seither erhält der Leistungsträger des Schweizer Meisters kein Aufgebot mehr. Sogar Isaac Schmidt, der zu diesem Zeitpunkt in England gar keine Rolle spielte, wurde vor Schmid in den Kreis der Nationalmannschaft aufgenommen. Dafür fehlt vielen das Verständnis.
100 Spiele hat Dominik Schmid bereits für seinen Herzensverein bestritten. Dabei überzeugt Schmid mit seinem Offensivdrang und konstanten Leistungen. Selbst im Horrorjahr des FCB war der Linksverteidiger einer der wenigen Spieler, die noch überzeugen konnten. Derzeit stehen Schmid Ricardo Rodriguez und Miro Muheim in der Sonne. Wenn sich das bis zum kommenden Sommer ändern soll, braucht der Basler weiterhin gute Leistungen - möglichst auch auf internationalem Niveau in der Europa League.
Stefan Gartenmann - Ferencvaros Budapest
Der Däne liess sich einbürgern, um für die Schweizer Nationalmannschaft auflaufen zu können. Murat Yakin schien verzweifelt zu sein, was die Personalsituation in der Abwehr der Nationalmannschaft betraf. Mittlerweile hat der Trainer aber auch erkannt: Gartenmann ist nicht der Heilsbringer. Er ist zwar nicht abgefallen im Kollektiv, aber wirklich geglänzt hat der Innenverteidiger auch nicht. Es ist gut möglich, dass es bei den drei Länderspielen bleibt, die Stefan Gartenmann für die Schweiz absolviert hat. Beim aktuellen Zusammenzug fehlt Gartenmann und Yakin hat mit Luca Jaquez und Adrian Bajrami zwei neue Innenverteidiger, die er testen kann.