In der finalen Phase der Sommertransferperiode fällt die Entscheidung, ob der SK Rapid im Herbst in der Ligaphase der Europa Conference League antreten - und damit zumindest sechs zusätzliche Pflichtspiele absolvieren - wird oder sich in dieser Saison mit den nationalen Bewerben Bundesliga und ÖFB-Cup zufrieden geben wird müssen. Im Rückspiel des Play-offs muss die Mannschaft von Trainer Peter Stöger gegen Györi ETO eine 1:2-Hypothek aus Ungarn begleichen, um den Einzug in den Hauptbewerb zu fixieren.
"Wir haben gute Chancen, wenn wir unsere Tugenden und Qualitäten auf den Platz bekommen", zeigte sich Stöger am Tag vor dem Entscheidungsspiel optimistisch. Dass man die Meisterschaftspartie gegen den WAC (2:1) am Wochenende nicht verschoben habe, sei die richtige Entscheidung gewesen. "Damit wir im Rhythmus bleiben, weil wir gesehen haben, dass es kein körperliches Thema ist."
Die Unterstützung des zwölften Mannes ist den Hütteldorfern am Donnerstag (19 Uhr, LIVE! bei kicker) jedenfalls sicher. Der allgemeine Bereich des Allianz-Stadions ist bereits ausverkauft, auch den Auswärtssektor werden 1.700 Fans aus Györ füllen. Die Gäste aus Ungarn haben von Rapid ein etwas größeres Kontingent als von der UEFA vorgegeben bekommen. Restkarten sind noch für den VIP- und Businessbereich erhältlich. Wie die Zuschauer brennt auch das Team auf die Partie. Stöger versprach: "Die Jungs sind bereit."
Thema Kadergröße: "Sind nicht drei- oder vierfach besetzt
Noch kein Thema für Donnerstag ist die jüngste Neuverpflichtung Marco Tilio aufgrund der fehlenden Spielberechtigung. Der Australier ist der neunte Zugang in diesem Sommer, dennoch soll der Kader im Falle eines Scheiterns im Conference-League-Play-off zum Transferfinish nicht verkleinert werden. "Ich habe das Gefühl, dass die Information, die so durchsickert, die ist, dass wir nur dazugekauft haben." Diesem Anschein wollte Stöger vehement widersprechen, schließlich habe man mit den Abgängen von Isak Jansson und Mamadou Sangaré sowie dem Karriereende von Guido Burgstaller "35 bis 40 Scorerpunkte verloren".
Dass der Kader nur für die nationalen Bewerbe zu groß sein könnte, verneinte Stöger auf kicker-Nachfrage ebenfalls: "Das ist immer eine Frage der Zielsetzung. Ich sehe jetzt nicht, dass wir irgendwo drei- oder vierfach besetzt sind. Wir haben einen ordentlichen, ausgewogenen Kader, aber ich habe nicht das Gefühl, dass wir überbordend unterwegs sind oder uns überlegen müssen, wen wir auf die Tribüne setzen."
Ganz im Gegenteil: Katzer beschäftigt sich eher mit Überlegungen für den Fall der erfolgreichen Qualifikation. "Wir sind bis zum jetzigen Zeitpunkt sehr zufrieden mit der Transferperiode, aber wir bereiten uns schon vor auf die eine oder andere Situation, falls wir die Ligaphase erreichen", stellte der Sportchef sogar noch weitere Neuzugänge in Aussicht. "Falls wir sie nicht erreichen, darüber verliere ich jetzt kein Wort, weil ich davon ausgehe, dass wir es schaffen werden." Der Wiener stellte aber unmissverständlich klar: "Es ist nicht so, dass wir in diesem Fall irgendetwas machen müssen."