Videobeweis
Der Videobeweis kommt im Handball seit neun Jahren bei Großturnieren zum Einsatz. Die Schiedsrichter:innen (hier geht es zu einer Übersicht über alle Gespanne) können in elf Situationen auf die Unterstützung durch Ansicht der Fernsehbilder zurückgreifen. Trainer bzw. Mannschaften können den Einsatz des Videobeweises nicht fordern.
Bei der EM 2026 werden die Schiedsrichter erstmals ihre Entscheidung in der Halle gegenüber dem Publikum kommunizieren.
RefCam
Die Schiedsrichter bekommen eine eigene Kamera - und zwar auf Kopfhöhe. Mit der sogenannten "RefCam" sollen Bilder aus der Perspektive der Schiedsrichter generiert werden. Entwickelt wurde das System von einer deutschen Firma in Zusammenarbeit mit den Fußball-Schiedsrichtern Patrick Kessel und Nicolas Winter.
Einsetzen will die EHF die neue Technologie allerdings erst am Final-Wochenende in Herning am 31. Januar und 1. Februar. Das Videosignal biete den "Handball-Fans einen einzigartigen und immersiven Einblick in die Intensität und die Dynamik des Spiels, wie es ist."
Substitution Area Technology
Neben dem Videobeweis gibt es eine zweite Kameratechnik: Die "Substitution Area Technology". Am Kampfgerichtstisch sind Mikro-Kameras installiert. Der Delegierte kann im Falle eines Wechselfehlers auf die Bilder dieser Kameras zurückgreifen, um in unklaren Situationen zu entscheiden, welcher Spieler zu bestrafen ist.
Roter Buzzer statt Grüner Karte
Der rote Buzzer, der die Grüne Karte ersetzt, ist mit dem offiziellen Techniksystem verbunden, sodass die Spielzeit automatisch gestoppt wird und parallel bereits das Signal ertönt. So kommt es zu keiner Verzögerung durch den Zeitnehmer.
In den Durchführungsbestimmungen sind die Folgen für eine unerlaubte Betätigung des Buzzers klar formuliert: Wenn der Buzzer während des Ballbesitzes der anderen Mannschaft betätigt wird, wird derjenige, der den Knopf gedrückt hat, progressiv bestraft - oder erhält sogar direkt eine Rote Karte, wenn die Aktion absichtlich erfolgte.
Das Spiel wird zudem mit einem Siebenmeterwurf für das Team in Ballbesitz fortgesetzt. Die Mannschaft, die sich den Fehler erlaubt hat, verliert zudem eine Auszeit - sprich: Die Anzahl der noch möglichen Team-Time-Outs wird um eins reduziert.
Goal-line technology und Goal-light technology
Abgerundet wird die Technik während der Partie durch die Torlinientechnologie (Goal-line technology) sowie das Lichtsignal an den Toren (Goal-light technology). Die dort installierten LED-Lampen leuchten parallel zum akustischen Signal auf, sobald die Zeit gestoppt wird.
Neben dem optischen Hinweis für Spieler und Zuschauer stellt das Lichtsignal eine Hilfe für die Unparteiischen dar, um zu entscheiden, ob ein Wurf in der letzten Sekunde die Linie überschritten hat oder nicht.» Hier geht es zu einer detaillierten Erklärung
Die Torlinientechnik ermöglicht es den Schiedsrichtern, mithilfe mehrerer am Tor befestigter Kameras zu überprüfen, ob der Ball die Torlinie komplett überquert hat oder nicht. Da das Video mit der Spieluhr verknüpft ist, können die Schiedsrichter auch knifflige Situationen in letzter Sekunde genau überprüfen.
Auch abseits des direkten Spielfeldes baut der europäische Handballverband EHF die technische Unterstützung aus. So werden unter anderem Maßnahmen gegen Wettmanipulation (u.a. mit Hilfe von AI-gesteuerten Systemen) getroffen.
Im Kampf gegen Spielmanipulation wurden auch die Schiedsrichter mit einem speziellen Kurs fortgebildet. "So soll die Integrität des Handballs mitsamt seiner Wettbewerbe, Spieler und Fans geschützt werden", teilte der europäische Verband mit.
mehr zur Handball-EM auf handball-world.news:» Das sind die Teilnehmer der Handball-EM 2026» Der Spielplan der EM 2026» Wo kann ich die EM 2026 im TV sehen?» Vier Hallen in drei Ländern: Das sind die EM-Spielorte» Diese Top-Stars fehlen bei der EM 2026» Absolute Weltklasse: Das sind die Stars der EM