Mit Charterflügen und sogar per Schiff über den Atlantik machten sich die Fans aus Färöer auf den Weg: Mehr als zehn Prozent der färingischen Bevölkerung verfolgten das Handball-Spektakel gegen die Schweiz schließlich in der Arena von Oslo. Die nationale Fluggesellschaft Atlantic Airways setzte 18 Sondermaschinen in die norwegische Hauptstadt ein und brachte mehrere tausend Anhänger dorthin. Weitere 1.050 Fans reisten per Fähre an, wie der färingische Handballverband der dpa mitteilte.
Die lange Anreise hatte sich gelohnt und die rund 6.000 weiß gekleideten Anhänger in der Halle bejubelten drei Sekunden vor der Schlusssirene den Ausgleich zum 28:28. Bester Werfer war Elias Ellefsen á Skipagötu vom Bundesligisten THW Kiel mit neun Toren.
Andy Schmid, Nationaltrainer der Eidgenossen, hatte schon vorab vor einem "Stresstest für die ganze Mannschaft vor dieser Kulisse" gewarnt und er sollte recht behalten. Die Handball-Nationalmannschaft von Färöer hat sich im Konzert der großen Nationen einen festen Platz erkämpft - auch wenn die letzte WM denkbar knapp verpasst wurde: Nach einem 34:27 in Torshavn ging das Rückspiel gegen Nordmazedonien in Skopje mit 26:34 verloren - und somit fehlte ein Tor.
Wie vor zwei Jahren in Berlin
Bob Hanning, der mit Italien in der Vorbereitung zwei Testspiele gegen die Färöer absolviert hatte, sprach mit Blick auf die Vielzahl der Sonderflüge von einem absoluten Wahnsinn. "Die haben nur eine Landebahn und nur eine Startbahn. Das geht wie ein Zug nach dem anderen raus. Das ist völlig verrückt. Die sind mit fast 7.000 Leuten da", schwärmte der Geschäftsführer der Füchse Berlin in seiner "kicker"-Kolumne.
Für die Färöer geht es an diesem Sonntag im zweiten Vorrundenspiel gegen Montenegro weiter. Die Schweiz trifft auf Slowenien. Nur die besten zwei Teams qualifizieren sich für die Hauptrunde. Die Färöer haben weiter Chancen, auch weil sie sich als Sieger ihrer Qualifikationsgruppe eine gute Position in der Setzliste erspielt hatten.» EM-Quali: Färöer bucht die nächste Handball-Party
Schon bei der EM in Deutschland vor zwei Jahren hatten die Fans von der Inselgruppe im Nordatlantik für Furore gesorgt. Beim EM-Debüt waren damals etwa 5.000 Färinger beim Großturnier in Berlin am Start - und feierten unter anderem einen sensationellen Punkt gegen Norwegen.
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