Aus Stuttgart berichtet Sebastian Mühlenhof
Mit rund 20 Minuten Verspätung traf der DHB-Tross um Präsident Andreas Michelmann und Vorstand Sport Ingo Meckes am Dienstagmorgen beim Abschlusstraining in der Stuttgarter Porsche-Arena ein. Doch davon ließen sich Gaugisch und sein Team nicht die gute Laune vermiesen.
Stattdessen herrschte bei der Trainingseinheit, der einige Medienvertreter beiwohnen durften, eine lockere Stimmung. Es wurde gefeixt, gelacht und das ein oder andere kleine Späßchen wie das Balancieren der mit Luft aufgeblasenen "Gegenspieler" auf der Hand gemacht - davon, dass Xenia Smits und Co. am Tag darauf in die so wichtige Heim-WM starten, war nicht viel zu spüren.
Einsatz von Lott rückt näher
Viel mehr war es ein lockerer Aufgalopp. "Wir gehen nochmal alles durch", sagte Gaugisch in seiner Ansprache an das Team. Dabei ging es vor allem darum, ein Gefühl für den Boden und natürlich auch die Halle zu bekommen. Die Halle, die die Spielerinnen von den jährlich stattfindenden Pokal Final Fours nur bestens kennen.
Doch diesmal wird sie in seiner ganzen Pracht erstrahlen und nicht nur durch einen schwarzen Vorhang künstlich verkleinert. "Die Halle ist ein toller Handballort mit sehr, sehr vielen tollen Events, denn sowohl im männlichen als auch im weiblichen Bereich haben wir in der Halle schon einiges erlebte", lobte Gaugisch in der anschließenden Pressekonferenz auf Frage von handball-world.
Doch zuvor kam Team "Alt" beim klassischen Fußballspiel zum Aufwärmen mit den Begebenheiten am besten zurecht. Katharina Filter, Jenny Behrend und Antje Döll sorgten mit ihren Toren für den ungefährdeten 3:0-Erfolgs gegen "Jung" - und das, obwohl Emily Vogel nur am Rand stand und sich individuell warmmachte. Grund zur Besorgnis gab es jedoch nicht, denn es war eine reine Vorsichtsmaßnahme. Passieren soll nämlich am Tag vor der WM nichts mehr, dafür ist die Mission schlichtweg zu wichtig.
Das ist es umso erfreulich, dass die Tendenz bei Annika Lott immer besser wird. "Sie hat jetzt voll mittrainiert, aber wir werden sie Stück für Stück aufbauen, weil sie eben eine Spielerin ist, die uns nochmal etwas Besonderes bringen kann", schilderte Gaugisch die aktuelle Lage. Darüber hinaus befindet sich sein Team in absoluter Top-Form. "Sie haben über das Jahr alle unglaublich gut gearbeitet", lobte der Bundestrainer.
Bundestrainer warnt vor Island
Somit kann der Auftaktgegner Island nun kommen. Dabei erwartet er einen Gegner, "der traditionell mit sehr viel Herz und Emotionen spielt". Zudem sind die Nordeuropäerinnen besonders im 1-gegen-1 stark und werden so die deutsche Defensive fordern. "Wir müssen schauen, dass wir da zusammen agieren, ihnen wenig Lücken Richtung Tor geben, sauber verteidigen und das Zentrum eben geschlossen halten", gab der 51-Jährige seiner Mannschaft mit.
Während bei ihnen noch einige Termine und letzte Videosessions auf dem Programm stehen, haben sie die größte Erfolgsprämie ausgehandelt. "Wir, das heißt das Präsidium und der Vorstand, sind uns klar darüber, dass wir auch bei den Prämien etwas setzen mussten, was auch gerechtfertigt ist und deswegen freuen wir uns, dass wir so eine Prämienregelung fixieren konnten", erklärte Meckes.
Doch nun gilt, es diesen Anforderungen auch gerecht zu werden. Präsident Andreas Michelmann hat jüngst bereits das Halbfinale aus Ziel ausgerufen. Dieses Wort wagten aber weder Gaugisch noch Meckes in den Mund zu nehmen. "Ich halte es aus meiner Sicht so, dass wir ganz, ganz viele Schritte zu gehen haben in diesem Turnier, für dass Mannschaft und Trainerteam bereit sind und freue mich auf die vielen kleinen Schritte", sagte etwa der Vorstand Sport.
Im Stuttgart "drei Spiele gewinnen"
Auch Gaugisch hielt sich bei den Zielen eher bedeckt. "Wir tun gut daran, in kleinen Schritten zu gehen, uns intern Handlungsziele zu setzen, an denen wir uns orientieren", so der Bundestrainer. "Wir wollen uns hier in Stuttgart ein tolles Gefühl holen und drei Spiele gewinnen, damit wir mit einer guten Voraussetzung in die Hauptrunde kommen."
Dabei war ihm sichtlich anzumerken, wie groß die Vorfreude ist, dass es am Mittwoch um 18 Uhr endlich losgeht. "Ich fühle mich super, habe echt Bock und eigentlich keine negativen Gedanken im Kopf, weil die Mannschaft und auch das Trainerteam einfach ausstrahlt, dass wir jetzt hier bereit sind, alles zu investieren", bekräftigte er gegenüber handball-world. Der Auftakt kann also kommen.
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