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Gislason über Knorr-Kritik: "Ein halber Satz wird rausgenommen, der euch passt"

kicker

Für Alfred Gislason war es am Montagabend fraglos ein Schicksalsspiel. Bereits vor der Handball-Europameisterschaft in Dänemark, Norwegen und Schweden hatte die Verbandsspitze eine Jobgarantie für den Bundestrainer vermieden. Wäre der Isländer nun mit der deutschen Nationalmannschaft bereits in der Vorrunde gescheitert, hätte er mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit seinen Hut nehmen müssen. Noch ein Jahr vor der mit Spannung erwarteten Heim-Weltmeisterschaft.

Doch die DHB-Auswahl stärkte ihrem Trainer am Montag in Herning den Rücken - mit einer sportlichen Antwort beim 34:32 über Spanien. Der Europameister von 2016 präsentierte sich ganz anders als noch bei der überraschenden Pleite gegen Serbien am vergangenen Samstag. Nach dem 27:30 gegen den krassen Außenseiter hatte es in der Mannschaft gebrodelt.

Bestes Beispiel dafür war Juri Knorr, der öffentlich und unverblümt Kritik am Bundestrainer geübt hatte: "Natürlich brodelt es in einem auf der Bank, wenn man da draußen sitzt und nicht helfen kann", hatte der geniale deutsche Spielmacher in der ARD erklärt. "Wir werden es nicht alleine schaffen. Wir werden es nicht schaffen, wenn Leute 60 Minuten durchspielen."

Die Personalpolitik Gislasons war eines der zentralen Themen nach dem Serbien-Spiel. Gegen die Spanier allerdings wechselte der Bundestrainer nun schneller durch, schenkte unter anderem dem überragenden U-21-Weltmeister Justus Fischer das Vertrauen. Auch Rechtsaußen Mathis Häseler vom VfL Gummersbach und Kreisläufer Jannik Kohlbacher von den Rhein-Neckar Löwen kamen zu ersten Einsatzminuten.

Nochmals auf die Knorr-Kritik angesprochen schmunzelte Gislason zunächst - und setzte dann im ZDF an: "Er kam nachher zu mir ... Wie immer bei euch sagt er mehrere Sätze, ein halber wird rausgenommen, der euch passt. Ich hatte überhaupt kein Problem mit ihm. Wir sprechen uns regelmäßig aus."

"Ihr habt uns dabei geholfen"

Insgeheim habe Gislason sogar gefallen, was Knorr machte. Die Kritik rückte schließlich den Bundestrainer voll in den Fokus: "Von allen in der Mannschaft wird gefordert, dass sie ihre Meinung sagen. Von daher war das nie ein Problem bei mir. Ich glaube, wir haben es sehr gut geschafft, den Druck von der Mannschaft wegzunehmen, was unser Plan war. Ihr habt uns dabei geholfen. Sehr schön", schloss Gislason.

In der Hauptrunde nun braucht es aber auch weitere starke Leistungen, um den Traum vom Halbfinale am Leben zu halten. Gleich zum Start dürfte Weltmeister Dänemark warten - gefolgt von Norwegen, Portugal und Titelverteidiger Frankreich.