Silvio Heinevetter ist seit fast zwei Jahrzehnten eine feste Konstante im deutschen Handball. Mit seiner mitreißenden Spielart und spektakulären Paraden, aber auch aufgrund seines außergewöhnlichen und emotionalen Charakters gehört er zu den bekanntesten Handballprofis Deutschlands. Auch in der Nationalmannschaft hinterließ Heinevetter seine Spuren, debütierte 2006, absolvierte beeindruckende 206 Länderspiele und war auch im vergangenen November noch gefragt, als sich das DHB-Team gegen Ägypten auf die Heim-EM im Januar vorbereitete.
Die Europameisterschaft selbst wird Heinevetter aber verpassen: Bundestrainer Alfred Gislason hat den 39-jährigen Ausnahmekeeper nicht für die Endrunde in Deutschland nominiert. Stattdessen setzt der Bundestrainer hinter dem unantastbaren Stammkeeper Andreas Wolff, der die Spiele gegen Ägypten verletzungsbedingt verpasste, auf den U21-Weltmeister David Späth, der sich im vergangenen Dreiviertel-Jahr ins Rampenlicht gespielt hat.
Späth ist zwar erst 21 Jahre alt, hat den Durchbruch aber spätestens mit einer sensationellen Leistung im Finale des DHB-Pokals, den er mit den Rhein-Neckar Löwen in der Vorsaison gewann, hinter sich. Es folgte eine phänomenale Leistung bei der U21-WM im Sommer 2023, die mit dem Titel belohnt wurde, und eine bärenstarke erste Jahreshälfte mit den Löwen, wo er sich zu einem der besten Keeper der Bundesliga entwickelt hat.
Der Lohn war die Nominierung für sein erstes Endrundenturnier mit der A-Nationalmannschaft. Leidtragender ist Heinevetter, für den es auch kein Vorbeikommen an Wolff gibt, der nach einem Bandscheibenvorfall wieder einsatzbereit ist. Und da es für Gislason so gut wie ausgeschlossen war, mit zwei älteren Torhütern (Wolff ist immerhin auch schon 32 Jahre alt) ins Turnier zu gehen, erhielt Späth den Vorzug.
"Das Duo Wolff/Späth hat sehr gut funktioniert. Er (David Späth, Anm.) hat immer eine überragende Figur abgegeben und spielt sehr gut bei den Rhein-Neckar Löwen", sagte Gislason zudem im Dezember, als er seinen 19 Spieler umfassenden Kader bekannt gab, der nach den Verletzungen von Marian Michalczik und Patrick Groetzki mittlerweile auf 17 Spieler reduziert ist.
Heinevetter bleibt ein letztes Hurra in der Nationalmannschaft damit verwehrt. Es scheint fraglich, ob der Profi des TVB Stuttgart nochmal für Deutschland ein großes Turnier bestreiten wird. Seine Nichtberücksichtigung hatte er im Dezember bereits vorausgeahnt, als er nach einem Spiel seines TVB sagte: "An Andi geht gar nichts vorbei. Und wenn du in die Zukunft guckst, musst du auch David Späth mitnehmen. Ich glaube, das wird ein Duo, auf das Alfred auch setzen wird." Er sollte recht behalten.
| DATUM / UHRZEIT | DUELL | ÜBERTRAGUNG IM TV & LIVE-STREAM |
|---|---|---|
| 10. Januar 18.00 Uhr | Frankreich - Nordmazedonien | Dyn, EHF TV, ZDF |
| 10. Januar 20.45 Uhr | Deutschland - Schweiz | Dyn, EHF TV, ZDF |
| 13. Januar 18.00 Uhr | Schweiz - Frankreich | Dyn, EHF TV, ZDF |
| 13. Januar 20.45 Uhr | Deutschland - Nordmazedonien | Dyn, EHF TV, ZDF |
| 16. Januar 20.45 Uhr | Frankreich - Deutschland | Dyn, EHF TV, ARD |
| 16. Januar 20.45 Uhr | Nordmazedonien - Schweiz | Dyn, EHF TV, ARD |