Aus Stuttgart berichtet Felix Buß
"Ich bin stolz auf meine Mannschaft, weil wir 60 Minuten lang gut aufgetreten sind. Wir haben die Balance gefunden zwischen einer starken Abwehr und einem sehr gut organisierten Angriff", nannte Brasiliens Trainer Cristiano Silva die Gründe dafür, dass Brasilien am Montagabend Schweden bezwang und als Gruppensieger nach Dortmund reist.
"Wir hatten Schwierigkeiten, die richtige Höhe und Bereitschaft gegen Spielerinnen wie de Paula zu finden", bilanzierte Schwedens Trainer Tomas Axner, der die brasilianische Spielmacherin im selben Atemzug adelte. "Sie war wie eine Dirigentin im Angriff. Wir sind ihr immer hinterhergelaufen und haben dadurch Chancen für ihre Mitspielerinnen kreiert."
Schweden "verlor das Momentum"
Im Angriff zeigte Schweden auch im dritten Spiel wieder die Schwächen, die Kreisläuferin Linn Blohm bereits nach dem Auftaktspiel kritisiert hatte. "Wir waren ein wenig unsicher und haben unsere Chancen nicht gesucht, wie wir es eigentlich können und tun sollten", beschrieb Axner. "Dennoch waren wir in einem Moment zurück im Spiel, hatten nach dem 25:25 einige Chancen, aber verloren das Momentum."
Somit war es aus Sicht des schwedischen Trainers ein "verdienter Sieg" für Brasilien. Die Südamerikanerinnen konnten ihr Glück nach dem Abpfiff kaum fassen, nicht nur Bruna de Paula hatte Freudentränen im Gesicht. "Es führt sich großartig an", sagte die Spielmacherin von Györi ETO bei handball-world.news. "Wir wussten vor dem Spiel, wie schwer es werden würde, aber wir haben vom ersten Moment an den Sieg geglaubt."
"Sie haben ein starkes Team", zeugte de Paula Schweden Respekt. "Aber wir haben auch großartige Spielerinnen und ein super Team. Das konnten wir zeigen: Wir sind zu Großartigem in der Lage und haben das in die Tat umgesetzt." Dabei waren die "ersten zehn bis 15 Minuten" aus Sicht von Metzingens Gabriela Bitolo "nicht so gut". Brasilien lag mit 11:15 zurück. "Wir sind ihnen hinterhergelaufen."
De Paula: "mental stark"
"In der Halbzeit haben wir entschieden, dass wir unser Spiel machen wollten", erklärte Bitolo den Turnaround, der Brasilien in der zweiten Spielhälfte zunächst zum schnellen Ausgleich und später zum 31:27-Sieg trug. "Wir waren in der zweiten Halbzeit sehr fokussiert und haben deswegen das Spiel gewonnen", sagte die Metzingerin. "Wir hatten dieses Selbstvertrauen, dass wir es schaffen können", ergänzte de Paula. "Wir sind mental stark."
Brasilien hat viele überrascht und reist als Gruppenerster nach Dortmund zur WM-Hauptrunde. Wie die Südamerikanerinnen dort auftreten wollen? "Ich denke, Sie können diese Energie erwarten", sagte Gabriela Bitolo. "Natürlich müssen wir uns auf die Gegner vorbereiten, aber sie können unsere Energie erwarten. Sie ist wirklich groß."
Während die Spielerinnen vor Positivität sprudelten, trat ihr Trainer trotz des Lobes gleich nach dem Abpfiff auf die Euphoriebremse. "Auch wenn es ein sehr wichtiger Sieg war, müssen wir wissen, dass immer noch sehr viele Herausforderungen vor uns liegen, um das Viertelfinale zu erreichen", sagte Silva. Danach könnte es für die Selecao um Medaillen gehen, während Schweden nur zwei Punkte auf dem Konto hat.
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