Renars Uscins zeigte sich nach dem 32:30-Erfolg im ersten Hauptrundenspiel sehr zufrieden: "Es fühlt sich sehr gut an." Nach einer fehlerhaften ersten Halbzeit steigerten beide Teams ihre Leistung im zweiten Durchgang. In einer spannende Schlussphase behielt Deutschland am Ende die Oberhand.
Uscins gab Einblicke in die Pausen-Ansprache: "In der Halbzeit haben wir gesagt, dass es heute sehr unnötig wäre, würden wir jetzt so weitermachen wie in der ersten Halbzeit." Ein Grund für die schwache Anfangsphase war wohl auch, dass die DHB-Auswahl nicht mit einer so defensiven Abwehr der Portugiesen gerechnet hatte: "Wir haben an unsere Stärken appelliert, wobei wir in der ersten Halbzeit ein bisschen überrascht waren, warum uns die Portugiesen auf sechs Meter erwarten."
Dementsprechend musste die deutsche Nationalmannschaft einige Anpassungen vornehmen. "Dann haben wir gesagt, dass wir einfach mit Mut zum Tor gehen müssen, aber auch im Kopf haben müssen, dass wir werfen. Wir haben in der ersten Halbzeit geguckt, wo wir irgendwo wen freispielen können, kommen nicht in den Zweikampf und dann nehmen wir schlechte Würfe und werfen glaube ich neun Bälle weg", verrät der Linkshänder.
Darauf wird es gegen Norwegen ankommen
Die Freude nach dem Sieg in der "Monstergruppe" war groß - der Druck jedoch auch, wie Uscins berichtete: "Ja, der wird auch immer groß bleiben. Der Druck wird von Spiel zu Spiel größer, egal ob wir gewinnen oder verlieren. Mit einer Niederlage entscheiden wir, dass der Druck dann wieder am Anschlag ist."
Mit Blick auf das am Samstag anstehende Duell mit Norwegen sagte der U21-Weltmeister: "Für uns wird es darauf ankommen, dass wir uns erholen, ein bisschen Video gucken und uns dann weiter darauf einschwören, dass wir unsere Stärken haben, wie wir sie einbringen und wie wir sie gegen die norwegische Mannschaft einbringen werden. Wenn sie dann was anderes machen als vielleicht gegen andere Mannschaften, dann müssen wir uns schnell darauf einstellen."
Der erste Durchgang lief nicht nur für sein Team, sondern auf für Uscins persönlich bescheiden. Erst Mitte der zweiten Halbzeit fand der Rückraum-Rechte Lücken in der portugiesischen Abwehr. "Man wirft am Anfang drei, vier Bälle weg und hat das Gefühl, es läuft nicht. Dann nimmt man sich aus dem Nix nicht einfach einen Wurf, versucht die Sicherheit wieder zu finden im Kollektiv, weil man dann einfach grundsätzlich kein Gefühl für die Situation hat, weil es grundsätzlich stoppt", so der 23-Jährige.
DHB-Team muss "füreinander arbeiten"
Die verbesserte Mannschaftsleistung habe ihm dann enorm geholfen: "Man hat gesehen, wenn es bei allen läuft, wenn alle gut mitspielen und Tempo aufs Spielfeld bringen, dann kann ich auch erst mein Spiel spielen. Das ist immer so ein Zusammenwirken, das wir brauchen. Wir haben jetzt keinen Einzelspieler, der durch die Abwehr rennt, sondern da müssen wir schon zusammen füreinander arbeiten, bevor jeder seine Stärken einbringen kann."
Füreinander arbeiten muss die DHB-Auswahl also auch am Samstagabend, wenn es gegen Norwegen um die nächsten beiden Punkte und einen weiteren Schritt in Richtung Halbfinale geht.
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