"Ich brauchte ein bisschen mehr Ruhe von der Mannschaftskasse", sagt Andersson im Gespräch mit handball-world. In den vergangenen Jahren gehörte er regelmäßig zu den Spielern, die am meisten zahlen mussten. "Deshalb ist das auch ein bisschen einfacher, wenn ich das selbst übernehme", gesteht der Rückraumspieler grinsend.
Zu Saisonbeginn unterschreibt jeder Spieler ein Dokument mit dem Strafenkatalog. "Und dann ist meine Aufgabe, zu kontrollieren, dass, wenn was passiert, das notiert wird und sie eine Strafe bekommen", erklärt Andersson. Mehrmals im Jahr verschickt er Rechnungen. "Wenn das nach einer Woche nicht gezahlt ist, verdoppelt sich die Summe."
"Am Ende passt das schon - mehr oder weniger"
Ganz so streng wie manch anderer Kassenwart ist Andersson aber nicht. "Ich bin nicht der Härteste", meint er. Vieles läuft über Gefühl - und Gedächtnis. "Normalerweise sollte man das notieren. Ich probiere das im Kopf zu haben. Und alle zwei, drei Monate mache ich eine Liste aus dem Kopf. Am Ende passt das schon - mehr oder weniger", sagt er und lacht.
Dass er sich selbst dabei nicht schont, gehört für ihn dazu. "Ich finde, wenn man sowas macht, kann es nicht sein, dass die anderen mehr zahlen und ich selbst gar nichts." Entsprechend führt er auch die eigene Statistik an: "Ich selbst habe die meisten Strafen. Und dann ist es auch einfacher, von den anderen etwas einzusammeln."
Vor ihm hatte unter anderem Nils Lichtlein das Amt übernommen - als einer der jüngsten Spieler im Team. Keine leichte Aufgabe. "Nils war 21 oder so. Da ist es nicht so einfach, zu Hans Lindberg zu sagen: 'Jetzt musst du zahlen'", erzählt der 32-Jährige. Gerade das persönliche Einsammeln verlange Durchsetzungsvermögen. "Für mich ist es einfacher."
Der Zweck der Kasse geht über Disziplin hinaus. "Der Gedanke ist ursprünglich, zu kontrollieren, dass alles läuft. Aber es geht auch darum, ein bisschen Spaß zu haben", so Andersson. Das Geld fließt zurück in die Mannschaft - etwa für gemeinsame Restaurantbesuche oder Teamevents auf langen Auswärtsreisen. "Wenn jeder dabei ist, dann zahlt das die Mannschaftskasse."
Ein System, das für Andersson zum Handball dazugehört. "Ich glaube, jede Mannschaft hat sowas. Das ist Kultur im Handball." Bei den Füchsen organisiert er die Kasse noch bis zum Saisonende - bevor er den Klub Richtung HØJ Elite verlässt. Wer dann übernimmt, wird wie üblich im sommerlichen Trainingslager entschieden.
Bis dahin gilt: Wer zu spät kommt, zahlt - bei Lasse Andersson.
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