Ayhancan Güven (TR/Manthey EMA) ist der König des Sachsenrings. Nach seinem Sieg am Samstag gewann der Porsche-Pilot auch den DTM-Meisterschaftslauf am Sonntag und hat damit bereits vier Saisonerfolge eingefahren. Der 27-jährige Türke blieb in einem hitzigen Rennen cool und profitierte von einer Kollision des Führungsduos Jack Aitken (GB/Emil Frey Racing) und Thomas Preining (A/Manthey EMA).
"Wow, was für ein überragendes Wochenende! Ich wollte unbedingt gewinnen. Trotzdem habe ich nicht unbedingt damit gerechnet, dass ich mit dem Zusatzgewicht durch den Sieg am Samstag wieder ganz vorne mitfahren werde. Natürlich hat mir die Kollision von Jack Aitken und Thomas Preining in die Karten gespielt, gleichzeitig habe ich eine Topleistung gezeigt", freute sich Güven.
Debütpodium und Disqualifikation
Groß war die Begeisterung zunächst auch bei Ben Dörr (Butzbach/Dörr Motorsport), der als erster McLaren-Fahrer auf dem DTM-Podium stand. Allerdings wurde der 20-Jährige im Nachhinein disqualifiziert, da sein Team vor Rennbeginn in der Startaufstellung die Reifen gewechselt hatte. Damit rückte Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter) auf Rang zwei vor, Ben Green (GB/Emil Frey Racing) belegte im Ferrari 296 GT3 den dritten Platz.
Preining verhindert Sieg von Aitken
Der zwölfte Meisterschaftslauf der DTM auf dem Sachsenring verlief am Sonntagmittag zunächst ohne Zwischenfälle. Pole-Setter und Tabellenführer Aitken lag an der Spitze des Feldes, gefolgt von Güven, der nach dem Start seinen Teamkollegen Preining überholen konnte. Green belegte Rang vier, der Gesamtzweite Jordan Pepper (ZA/TGI Team Lamborghini by GRT) komplettierte die Top Fünf.
Nach dem ersten Pflicht-Boxenstopp blieb Aitken vorn, Preining schob sich an Güven vorbei auf Platz zwei vor. Dahinter lieferten sich Green und Pepper ein hartes Rad-an-Rad-Duell, nach dem der Südafrikaner seinen Lamborghini Huracán GT3 Evo2 mit einem technischen Defekt abstellen musste. In Runde 20 wurde es furios: Preining attackierte den führenden Aitken in Kurve eins und drehte den Briten, der im Kies landete. Für diese Aktion wurde der Österreicher mit drei Penalty-Laps bestraft und fiel weit zurück. Aitken setzte das Rennen nach einer kurzen Safety-Car-Phase am Ende des Feldes fort. Damit war der Weg frei für Güven, der nach einem perfekten zweiten Reifenwechsel seine Führung souverän behauptete und nach 41 Runden als Erster die Zielflagge sah.
Aufholjagd von Wittmann und Rast
Hinter Gounon und Green belegte Marco Wittmann (Fürth/Schubert Motorsport) Platz vier. Dabei zeigte der BMW-Pilot erneut eine starke Aufholjagd und machte dank cleverer Taktik und gekonnten Überholmanövern 14 Positionen gut. Ähnlich erfolgreich war sein Teamkollege René Rast, der auf Rang 17 gestartet war und als Fünfter gewertet wurde. Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Winward Racing) wahrte mit Platz sechs seine Chancen im Meisterschaftskampf. Morris Schuring (NL/Manthey Junior Team) wurde im Porsche 911 GT3 R Siebter. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf) reichte der achte Platz, um sich in der Gesamtwertung Platz eins vor Aitken und Güven zurückzuholen. Gilles Magnus (B/Comtoyou Racing) belegte im Aston Martin Vantage GT3 Rang neun, Preining komplettierte trotz der Strafe die Top Ten.