Der Moment ist gekommen: die letzte europäische Rallye des Jahres in der weltumspannenden FIA World Rally Championship.
Die Central-European-Rallye kehrt erstmals seit April auf versiegelten Asphalt zurück und bietet den Crews eine einzigartige Mischung aus anspruchsvollen Sonderprüfungen.
Drei Länder – Deutschland, Österreich und die Tschechische Republik – stellen mit jeweils eigenen Herausforderungen und Streckenbedingungen die weltbesten Fahrer an vier Tagen auf die Probe.
Mit nur noch drei ausstehenden Rallyes wird dieses letzte europäische Event die Platzierungen im WM-Kampf maßgeblich beeinflussen und entscheiden, wer als Top-Favorit zu den finalen Saisonrennen in Japan und Saudi-Arabien reisen wird.
Vier Fahrer können realistisch gesehen Anspruch auf den Titel des Weltmeisters 2025 erheben:
WRC
Der Franzose Sebastien Ogier hatte zu Jahresbeginn angekündigt, nur eine Teilzeit-Saison zu bestreiten – doch als der achtfache Weltmeister anfing, Siege und Podestplätze einzufahren, war die Aussicht auf den neunten Titel einfach zu verlockend. Deshalb entschied er sich, die restliche Saison zu bestreiten.
Der Toyota Yaris Rally1-Fahrer hat in diesem Jahr bereits fünf Siege eingefahren und wird als Meisterschaftsführender in Zentraleuropa die Strecke eröffnen – eine Position, die auf Asphalt nicht so stark bestraft wird wie auf Schotter.
WRC
Normalerweise fällt diese Position dem britischen Star Elfyn Evans zu. Ogiers Teamkollege musste in diesem Jahr den Großteil der "Straßenräumarbeit" übernehmen – doch der Waliser hat mit unerschütterlicher Entschlossenheit stets den Anschluss an die Spitze gehalten und liegt nur zwei Punkte hinter dem Führenden. Durch kluges Taktieren und konstante Leistungen konnte er seine Chancen maximieren. Zweiter auf der Straße zu sein, ist auf Asphalt vielleicht sogar die beste Ausgangsposition – wenn Elfyn auf Asphalt seine Form abrufen kann, könnte diese Rallye seinen Weg zu seinem ersten WM-Titel entscheidend prägen.
Die dritte Säule im Toyota Gazoo Racing-Trident ist der doppelte Weltmeister Kalle Rovanperä. Der Finne hatte in dieser Saison jedoch mehr Höhen und Tiefen als ein Jo-Jo. Gerade wenn es so aussieht, als würde er aus dem Titelkampf ausscheiden, dominiert er die nächste Rallye – wie etwa in Rallye Finnland und auf den Kanarischen Inseln gezeigt. Nach seinem dominanten Auftritt bei der letzten Asphalt-Rallye – und von der dritten Startposition aus – darf man Kalle noch lange nicht aus dem Titelrennen streichen.
WRC
Der Fahrer des Hyundai Shell Mobis World Rally Teams, Ott Tänak, ist derzeit der Außenseiter – und die einzige realistische Chance für Hyundai, das Toyota-Dominanzfest zu stören. Der Este hatte im Sommer eine starke Phase, doch seit seinem zweiten Platz auf heimischem Boden im Juli verhinderten Fehler und unglückliche Momente weitere Podestplätze. Gewinnt Tänak diese Rallye, ist alles wieder offen – andernfalls ist er auf die Ergebnisse der Konkurrenten angewiesen, um seine Chancen zu wahren. Für seinen Titelkampf wird auch die Unterstützung seiner Teamkollegen entscheidend sein, deren Punktegewinn von Toyota das Hauptziel sein wird.
Der Belgier Thierry Neuville kann theoretisch immer noch den Titel gewinnen, steht in der Meisterschaft allerdings nur auf Platz fünf – dafür bräuchte es ein Riesenszenario: er müsste alle verbleibenden Rallyes gewinnen und gleichzeitig auf Ausfälle oder schwache Punkteausbeuten der vier Führenden hoffen. Trotzdem wird Neuville wichtige Punkte im Herstellerrennen sammeln wollen, um seine Titelverteidigung auf einem hohen Niveau abzuschließen. Auch er wird – wenn auch nicht öffentlich verkündet – Tänaks Titelhoffnungen unterstützen. Gleiches gilt für den dritten Fahrer im Hyundai-Aufgebot, Adrien Fourmaux, der weiterhin auf seinen ersten Sieg wartet. Ehrgeiz, Hunger und Einsatzbereitschaft sind für ihn selbst und für die größeren Ambitionen von Hyundai von großer Bedeutung.
Im Toyota Gazoo Racing „B-Team“ werden Takamoto Katsuta und Sami Pajari alles geben, um das Jahr 2025 erfolgreich abzuschließen. Beide hoffen, ihre Chancen auf ein Cockpit für 2026 zu sichern. Mit dem Saisonende vor Augen laufen nun die Verhandlungen und Entscheidungen, und die beiden Fahrer stehen an der Schwelle zu einer festen Position – und auf allen Lippen im Service Park.
WRC
Das britische Privatteam M-Sport, das sein Aufgebot für 2026 noch nicht bekannt gegeben hat, blickt heimlich gespannt auf die beiden bevorstehenden Asphalt-Rallyes, um seine aktuelle Besetzung auf die Probe zu stellen. Grégoire Munster ist in seiner zweiten vollen Saison in der obersten Kategorie und führt an diesem Wochenende das Team aus Cumbria an. Im vergangenen Jahr belegte der Luxemburger Platz fünf und wird dieses Mal ein ähnliches Ergebnis anstreben, um nicht nur sein Potenzial, sondern auch die Geschwindigkeit des Ford Puma Rally1 unter Beweis zu stellen.
Teamkollege Josh McErlean, der auf irischem Asphalt aufgewachsen ist, sieht diese Rallye als die am ähnlichsten zu Rallyes in Irland und erkennt die Chance, das Event in Angriff zu nehmen, um eine Platzierung unter den Top sechs und wertvolle Punkte zu sammeln.
Verfolge das gesamte Geschehen der FIA World Rally Championship LIVE an diesem Wochenende bei der Zentraleuropa-Rallye vom 16. bis 19. Oktober – vier Tage, die man nicht verpassen sollte!
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