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Odermatt konnte die Bedingungen in Adelboden dank österreichischer Hilfe perfekt simulieren

kicker

Vor 20’000 Zuschauern lieferte Odermatt am Samstag auf dem legendären Chuenisbärgli eine Meisterleistung ab. Trotz schwieriger Bedingungen mit starkem Schneefall und schlechter Sicht fuhr er im ersten Durchgang 49 Hundertstel schneller als der Brasil-Norweger Lucas Pinheiro Braathen. Im finalen Lauf verwaltete er diesen Vorsprung souverän und sicherte sich seinen 28. Weltcupsieg im Riesenslalom. Damit holte sich der 28-Jährige auch die rote Leadernummer zurück und führt die Riesenslalom-Gesamtwertung nun mit 95 Punkten Vorsprung vor dem Österreicher Stefan Brennsteiner, der einen Ausfall zu beklagen hatte, an.

"Marco ist heute extrem clever gefahren, ich bin total beeindruckt. Aber er hat noch Reserven. Ich bin mir sicher, dass er noch einige Zehntel schneller hätte fahren können, wenn es nötig gewesen wäre", lobte Odermatts Trainer Helmut Krug im Gespräch mit Blick. Die beeindruckende Leistung von Odermatt wurde auch von Ski-Legende Martin Julen gewürdigt: "Es ist beeindruckend, wie intelligent Odermatt fährt. Es scheint, als würde er mit einer inneren Uhr fahren. Er weiss immer ganz genau, was es braucht, um zu gewinnen."

Neben seinem Talent und seiner Disziplin sieht Odermatt den Schlüssel zu seinem Erfolg in der perfekten Vorbereitung. Dafür bedankt er sich besonders bei Pistenchef Toni Hari und seinem Team in Adelboden: "Die Piste war absolut genial. Weil hier in den Wochen zuvor eine so gute Grundlage gelegt wurde, hat die Strecke perfekt gehalten, obwohl es in den letzten Tagen drauf geregnet, gewindet und dann wieder geschneit hat." Laut Swiss Ski-Sport CEO Walter Reusser war dies auch einer mutigen Entscheidung der Adelbodner zu verdanken: "Zum Glück haben die Adelbodner den FIS-Trend ignoriert, ansonsten hätte es hier sehr wahrscheinlich kein Rennen gegeben."

Perfekte Adelboden-Simulation in Österreich

Doch nicht nur in Adelboden wurde der Grundstein für Odermatts Rekordsieg gelegt. Einen entscheidenden Beitrag leisteten auch die Pistenexperten der Reiteralm in der Steiermark, Österreich. Hier konnte Odermatt dank seines aus Tirol stammenden Trainers Krug den Adelboden-Riesenslalom detailgetreu simulieren. "Durch Hans Pieren habe ich erfahren, mit wie viel Wasser man das Chuenisbärgli präpariert hatte. Die Männer auf der Reiteralm haben mir die Trainingspiste mit genau gleich viel Wasser präpariert, Übergänge hatten wir auch die Gleichen wie in Adelboden", erklärt Krug.

Dieser Fokus auf Perfektion zahlte sich aus. Mit seinem Sieg in Adelboden hat Odermatt nicht nur bewiesen, dass er zu den besten Skifahrern der Welt gehört, sondern sich auch in die Herzen der heimischen Fans gefahren. "Es gibt für mich nichts Grösseres als ein Sieg in Adelboden. Nirgendwo ist die Stimmung so gut wie hier. Und es macht mich glücklich, wenn ich diesen tollen Ski-Fans mit einem Triumph etwas zurückgeben kann", sagte der strahlende Sieger, bevor er seine fünfte Sieger-Glocke in Empfang nahm - inklusive einem Selfie mit Didier Cuche.

Mit 51 Weltcupsiegen in seiner Karriere ist Marco Odermatt längst eine Ikone des Schweizer Skisports. Doch nach diesem Erfolg auf dem Chuenisbärgli scheint eines klar: Das Ende seiner Erfolgsgeschichte ist noch lange nicht in Sicht.