Agnes Reisch hat sich auf der Normalschanze in Villach am Dienstag nur der Slowenin Nika Prevc und der Österreicherin Lisa Eder geschlagen geben müssen. Die 26 Jahre alte Allgäuerin wurde bei schwierigen Neuschneebedingungen Dritte und stand damit zum zweiten Mal in ihrer Karriere auf dem Treppchen.
"Ich kriege mit jedem Sprung mehr Vertrauen, so stelle ich mir Skispringen vor", sagte Reisch, die im vergangenen Jahr als Zweite in Lake Placid ihre Podestpremiere gefeiert hatte, in der ARD. Mit der Schanze in Villach machte Reisch zudem ihren Frieden: Sie war dort Ende 2022 und Anfang 2024 jeweils schwer gestürzt.
"Ich habe mir hier die letzten Jahre immer meine Saison kaputt gemacht. Und das möchte man nicht vor seinen ersten Olympischen Spielen machen", hatte sie nach ihrem neunten Platz am Vortrag erklärt.
Die erst 20 Jahre alte Prevc, Schwester von Männer-Topstar Domen, feierte ihren 29. Weltcup-Sieg. Mit 248,7 Punkten (92,0+89,5 m) lag sie aber diesmal nur hauchdünn vor der Österreicherin Lisa Eder (248,1). Prevc baute damit die Führung im Gesamtweltcup aus, die sie mit ihrem Sieg im ersten Springen am Montag übernommen hatte.
Freitag freut sich mit: "Bombastisch stark"
Reisch lag nach starken Sprüngen auf 90,0 und 90,5 m (240,9 Punkte) knapp vor ihrer Teamkollegin Selina Freitag, die wegen schwacher Landungen ihr viertes Podest in Serie verspielte. "Ich habe einen richtig coolen Wettkampf gemacht", sagte Freitag in der ARD. "Ich freue mich auch für die Agnes, dass sie jetzt auf dem Podest stehen kann. Sie hatte hier schon öfter Schwierigkeiten und hat sich da wehgetan. Es ist bombastisch stark, wenn du dann vom Kopf frei bist und Freundschaft schließen kannst mit der Schanze."
Tags zuvor war Freitag selbst Dritte geworden. Bei der Two-Nights-Tour, die im kommenden Winter von der ersten Vierschanzentournee für Frauen abgelöst werden soll, hatte sie rund um den Jahreswechsel Rang zwei hinter der derzeit überragenden Prevc belegt.
Rekordweltmeisterin Katharina Schmid kam bei ihrem letzten Auftritt in Villach auf Platz zehn. Auf der Schanze in Kärnten hatte die Oberstdorferin vor einem Jahr den letzten ihrer bislang 19 Weltcup-Siege gefeiert. Juliane Seyfarth sprang auf Rang 23.