Auf- und Abstiegskampf in Liga 2
Im vorletzten Heimspiel der Saison erwartet der HBW Balingen-Weilstetten den TSV Bayer Dormagen. Die Rheinländer schweben nach der Heimniederlage am vergangenen Spieltag mit nur einem Punkt Vorsprung auf Platz 17 in akuter Abstiegsgefahr und müssen unbedingt punkten. Punkten müssen auch die Gallier, wenn sie ihre theoretische Chance, doch noch aufzusteigen, weiterhin wahren möchten - sie liegen nach den gestrigen Siegen von Hüttenberg und Minden drei Minuspunkte hinter den Konkurrenten.Mit dem Sieg in Minden hatte Balingen in der Vorwoche noch einmal Hoffnung geschöpft, ist aber auf Ausrutscher der Konkurrenz angewiesen - und muss die eigenen Aufgaben erfüllen. Bereits in Minden fehlte Elias Huber, der 23-jährige Mittelmann wird nach einer ambulanten Operation in dieser Saison nicht mehr zur Verfügung stehen.
Durch den Ausfall von Huber musste HBW-Coach Matthias Flohr umplanen - und hat damit die Grün-Weißen aus Dankersen auf dem linken Fuß erwischt. Linkshänder Jerome Müller zog in der Rückraummitte die Fäden im Spiel, als hätte er nie eine andere Position gespielt. Hinzu kam, dass Torhüter Benedek Nagy einen Sahnetag erwischte. Mit überragenden Paraden hielt der junge Ungar die Gallier in der nervösen Anfangsphase im Spiel. Ab Mitte des ersten Durchgangs bestimmten die Schwaben das Spiel in der Lübbecker Kreissporthalle und konnten am Ende einen souveränen 34:28-Auswärtserfolg bejubeln.
Nicht ganz so gut ist es für den TSV Bayer Dormagen gelaufen. In einer nervenaufreibenden Schlussphase kassierten die Rheinländer per Freiwurf den Treffer zur 36:37-Niederlage. "Der Ausgang des Spiels ist extrem bitter für uns", resümierte TSV-Coach Julian Bauer nach der Partie, "aber davon werden wir uns nicht unterkriegen lassen!" Balingen darf sich also auf eine kampfbereite Dormagener Mannschaft einstellen - und dass sie gegen den HBW gewinnen können, haben sie bereits in der Hinrunde unter Beweis gestellt. In einer torreichen Partie rangen sie die Gallier mit 39:37 nieder.
Den Tempohandball - das Markenzeichen der "Wiesel" und die Handschrift von Trainer Bauer - brachte der HBW nicht verteidigt. Auf diesen Tempohandball müssen sich die Balinger auch am Samstagabend einstellen. 970 Tore hat der TSV Bayer Dormagen bisher erzielt - öfter traf nur der Bergische HC, der bereits als Meister und Aufsteiger feststeht. Dass der TSV dennoch gegen den Abstieg kämpft, liegt daran, dass die Rheinländer mit 981 Gegentreffern nach der HSG Konstanz, die am Ende der Saison bekanntlich wieder absteigen wird, die meisten kassiert haben.
"Das ist schon extrem gut - auch das Umschaltspiel nach vorne", zollt HBW-Coach Flohr seiner Ex-Mannschaft großes Lob. Darauf wird er seine Mannschaft einstellen, die weiterhin jedes Spiel gewinnen muss, wenn sie ihre Minimalchance auf den Aufstieg wahren möchte. Wer von seiner Mannschaft Chef-Coach Flohr am Samstagabend gegen seinen Ex-Club zur Verfügung stehen wird, ist im Vorfeld schwer zu prognostizieren. Sehr wahrscheinlich wird jedoch der gleiche Kader auflaufen wie zuletzt gegen Minden. Für die verletzten Daniel Blomgren und Magnus Grupe dürfte es für einen Einsatz vermutlich nicht reichen.
"In der Abwehr wird es wichtig sein, die Wurfkraft von Timmermeister in den Griff zu bekommen", beginnt TSV-Trainer Julian Bauer seine Gegner-Analyse und fährt fort: "Dazu haben sie mit Müller und Leimeter sehr viel Zweikampf-Qualität und nach der Verletzung von Huber auch als Linkshänder zusammen auf der Platte stehen."
Dass die eigene offensive die altbekannten Stärken abrufen muss, betont Julian Bauer auch in der Analyse des eigenen Angriffsspiels: "Wir müssen im Angriff unseren Prinzipien treu bleiben, das bedeutet hohes Tempo, eine hohe Passquote, gute Entscheidungsqualitäten und eine starke Eins-gegen-eins-Qualität. Das sind alles Dinge, die uns bereits die ganze Saison hinweg stark machen. Daran glauben wir und dabei werden wir bleiben."