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Die deutschen Gesichter bei den Paralympics

kicker

Nach den Olympia-Stars wie Leon Draisaitl oder Philipp Raimund betreten nun die Para-Sportler die große Bühne in Mailand und Cortina d'Ampezzo. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) schickt 40 Athletinnen und Athleten sowie acht Guides zu den Winterspielen (6. bis 15. März). Der SID stellt fünf Deutsche vor, auf die es bei den Paralympics besonders zu achten gilt:

Anna-Lena Forster (Ski Alpin)

Die Monoskifahrerin ist das Gesicht des Team D und hat das Zeug zum Golden Girl der Spiele. Fünfmal wird die 30-Jährige in Cortina antreten - jedes Mal gehört sie zum Favoritenkreis. Insbesondere in ihrer Spezialdisziplin Slalom sowie in der Super-Kombination dürfte Forster kaum zu schlagen sein. In Pyeongchang und Peking hatte die Radolfzellerin in beiden Disziplinen Gold geholt, insgesamt steht sie bei neun Paralympics-Medaillen. Doch die Konkurrenzsituation in der sitzenden Klasse hat sich kurz vor den Spielen enorm verschärft, ein Selbstläufer wird die Medaillenjagd nicht.

Johanna Recktenwald (Biathlon und Skilanglauf)

Die 24-Jährige stand lange im Schatten ihrer jüngeren und erfolgreicheren Teamkolleginnen Linn Kazmaier und Leonie Walter. Doch im Vorjahr schaffte sie mit dem Weltmeister-Titel im Biathlon-Einzel sowie drei weiteren Silbermedaillen den Durchbruch - und wurde dafür mit der Auszeichnung Deutschlands Para Sportlerin des Jahres belohnt. Die sehbehinderte Saarländerin stand erst mit 14 Jahren erstmals auf Langlauf-Skiern, arbeitete sich mit viel Durchhaltevermögen und Training bis in die Weltspitze vor. Als Gesamtweltcupsiegerin gehört die starke Schützin vor allem im Biathlon zu den großen Medaillen-Anwärterinnen.

Jörg Wedde (Eishockey)

Mit 60 Jahren ist der Medizintechniker der älteste Athlet des Team D. Als einer von nur vier Spielern war Wedde schon bei der letzten Paralympics-Teilnahme der deutschen Eishockey-Mannschaft vor 20 Jahren in Turin dabei. Im Alter von zwölf Jahren verlor er bei einem Bahn-Unfall beide Beine, suchte in Folge lange vergebens nach einem passenden Angebot im Behindertensport. Erst mit 37 Jahren kam er zum Para Eishockey - und ist nun seit mehr als zwei Jahrzehnten Leistungsträger des deutschen Teams. Eine Medaille in Mailand wäre eine absolute Sensation.

Marco Maier (Biathlon und Skilanglauf)

In Peking überraschte der 26-Jährige mit Silber im Biathlon- sowie im Langlauf-Sprint. Dass dies kein Zufallsprodukt war, zeigte Maier in den Jahren danach mit sieben WM-Medaillen. Statt als gefährlicher Außenseiter startet er diesmal als Mitfavorit in die drei Biathlon-Rennen, auf denen sein Hauptfokus liegt. Dabei war seine Karriere fast schon vorbei, bevor sie richtig angefangen hatte. Für die Saison 2016/17 war der Kirchzartener, dem seit Geburt an drei Fingern der linken Hand die vorderen Glieder fehlen, nicht klassifiziert worden. Erst nach einem verpassten Winter bekam er die Starterlaubnis zurück - und arbeitete sich kontinuierlich in die Weltspitze vor.

Linn Kazmaier (Biathlon und Skilanglauf)

Mit gerade einmal 15 Jahren ging in Peking der Stern der sehbehinderten Schülerin auf. Bei ihren fünf Einzel-Starts gab es fünf Medaillen, über die Langlauf-Mitteldistanz holte sie sogar Gold. Doch es folgten privat schwere Jahre, ihr Vater verstarb an Krebs. Dieser Schicksalsschlag machte Kazmaier zu schaffen, der Sport spielte eine Nebenrolle. Von ihrer Form aus Peking ist die mittlerweile 19-Jährige deshalb ein gutes Stück entfernt, für eine Medaille müsste schon alles passen. Dazu kommt die Doppelbelastung: Wenige Wochen nach den Paralympics stehen die schriftlichen Abiturprüfungen an.