Erstes Marathon-Match - mit knappem Ausgang
Zwei Stunden und 31 Minuten - die an Nummer drei der Frauenkonkurrenz gesetzten Claudia Fernandez/Beatriz Gonzalez mussten für den Einzug ins Halbfinale Schwerstarbeit verrichten. Im ersten Marathon-Match der Premier Padel Finals 2025 setzen sich die Spanierinnen gegen das spanisch-argentinische Duo Alejandra Alonso (ESP)/Claudia Jensen (ARG) mit 6:4, 4:6 und 6:4 durch.
Dabei waren Fernandez/Gonzalez nach zuletzt klaren Zweisatzsiegen in den Finals von Dubai und Acapulco gegen Gemma Triay (ESP)/Delfi Brea (ARG) als haushohe Favoritinnen ins Viertelfinale von Barcelona gegangen. Den entscheidenden Punkt lieferte Gonzalez. Gleich den ersten Matchball beförderte sie mit einem Smash Kick von der hinteren Glaswand abprallend unerreichbar über die seitliche Courtbegrenzung.
"Das Spiel war wirklich anstrengend", gestand Fernandez, "und ja, ehrlich gesagt bin ich ziemlich geschlaucht und richtig müde. Zum Glück haben wir jetzt ungefähr 24 Stunden Zeit, uns zu erholen." Kollegin Gonzalez verschwand derweil umgehend in den Katakomben. Nachvollziehbarer Hintergrund: In der Nacht zuvor war ihr Großvater verstorben.
Wie in der Achterbahn: Nach zwei Loopings ins Ziel
Steil durchgestartet, hart abgestürzt und letztlich doch sicher im (Zwischen-)Ziel. Ariana Sanchez und Paula Josemaria durchlebten bei ihrer Abschieds-Tour - das Duo hatte im Vorfeld der Finals seine Trennung nach der am Sonntag endenden Saison bekanntgegeben - eine ungewöhnliche Achterbahnfahrt. Während der erste Satz gegen Alejandra Salazar/Martina Calvo (Spanien) glatt mit 6:2 an die Weltranglisten-Zweiten ging, geriet der zweite Akt mit 1:6 zum Drama.
Nachdem Sanchez und Josemaria im ersten Spiel des finalen Durchgangs mehrere Breakbälle abwehren mussten, ihre Gegnerinnen aber schier zur Verzweiflung trieben, glichen die noch auszutragenden Ballwechsel bis zur finalen Entscheidung nahezu einem Freifahrtschein. 6:1 - das Halbfinale gegen Claudia Fernandez/Beatriz Gonzalez war nach zwei ergebnistechnischen Loopings perfekt.
"Im ersten Satz lief es fast perfekt, im zweiten haben wir uns zu viele Fehler erlaubt", analysierte Josemaria im Nachgang. "Vor dem dritten haben wir gesagt: Lass uns wie zu Beginn spielen. Haben wir dann auch gemacht", schloss die 29-Jährige - und verabschiedete sich mit dem für sie typisch schelmischen Lächeln.
Red Hot Chili Peppers live
Francisco Navarro, den alle nur "Paquito" rufen, hat sie wieder ausgepackt: seine mittlerweile schon legendäre Luft-Gitarre, die nach spektakulären Punktgewinnen zum Einsatz kommt. "Manchmal spiele ich Flamengo in meinem Kopf, manchmal Rock." Und heute an der Seite von Jon Sanz? "'Can‘t Stop' von den Red Hot Chili Peppers - ich hatte den Song wie einen Ohrwurm in meinem Kopf. Für seichte Rhythmen war heute wirklich kein Platz."
Schlicht und ergreifend nicht zu stoppen war die spanische Combo auf dem Court, spielte sich phasenweise in einen Rausch. Ihre Landsleute Jorge Nieto/Miguel Yanguas waren aber mehr als nur ein Background-Chor. So musste im umkämpften und technisch hochklassigen zweiten Satz der Tiebreak über eine Zugabe, den Einzug in die Vorschlussrunde, oder den Abgang von der großen Padel-Bühne im mit 7.825 Zuschauern gut gefüllten Palau Sant Jordi entscheiden. Mit dem besseren Ende für Navarro/Sanz beim 6:2, 7:6 (2).
Kurzes Anschwitzen von Chingotto/Galan
Manchmal geht es beim Padel schneller, als man gucken kann - besonders in der von Schmetterbällen und harten Returns geprägten Herrenkonkurrenz. 68 Minuten gönnten Alejandro Galan (Spanien) und Federico Chingotto (Argentinien) ihren spanischen Gegnern Jeronimo Gonzalez/Francisco Guerrero auf dem Center Court, dann war die Messe mit 6:0 und 6:4 gelesen. Für die an Nummer zwei gesetzten Sympathieträger bestenfalls ein kurzes Anschwitzen vor der nächsten Herausforderung im Palau Sant Jordi.
Galan/Chingotto nutzten fünf von acht Break-Möglichkeiten (62 %), während ihre Gegenüber nur eine von drei für sich verbuchen, den zweiten Satz aber halbwegs offen gestalten konnten. "Wir waren immer voll fokussiert, ließen uns auch nicht durch das Zwischenhoch unserer Gegner aus dem Konzept bringen", betonte Chingotto. Letztlich waren beide froh, dass sie nicht zu lange beschäftigt wurden. "Dieses Turnier wird noch einiges an Kraft kosten."
Pokale schon vor den Endspielen
Bevor am Sonntag die Endspiele bei den Premier Padel Finals anstehen, wurden zum Abschluss des Jahres die Weltranglisten-Ersten mit Pokalen geehrt. Bei den Frauen sind dies Gemma Triay und Delfi Brea, bei den Männern Arturo Coella und Agustin Tapia. Beide Duos gehen also als Gejagte in die Saison 2026. Oder doch nicht? Sowohl Triay als auch Brea suchen dem Vernehmen nach eine neue Partnerin. Überraschen würde das nach einem "wechselhaften" Jahr mit einigen Trennungen, Wiedervereinigungen und neuen Konstellationen wohl nur die Wenigsten.
Samstag, 13. Dezember, Halbfinals, 11 Uhr:
Gemma Triay Pons (ESP)/Delfina Brea (ARG/1) - Sofia Araujo (POR)/Andrea Ustero (ESP/4)Agustin Tapia (ARG)/Arturo Coello (ESP/1) - Franco Stupaczuk/Martin Di Nenno (ARG)
Samstag, 13. Dezember, Halbfinals, nicht vor 16 Uhr
Claudia Fernandez/Beatriz Gonzalez (ESP/3) - Ariana Sanchez/Paula Josemaria (ESP/2)Alejandro Galan (ESP)/Federico Chingotto (ARG/2) - Francisco Navarro/Jon Sanz (ESP)