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Zwei Unfälle in Brasilien: Hat Piastri die WM schon aufgegeben?

kicker

Den Spitznamen "Iceman" erarbeitete sich Oscar Piastri in der Formel 1 schnell, der Australier etablierte sich durch seine direkte und vor allem fehlerfreie Fahrweise verdientermaßen im Spitzenkreis der Motorsport-Königsklasse. Gegenüber seinem Teamkollegen Lando Norris fehlten ihm vielleicht hier und da stets mal ein paar Zehntel, da Norris' Nervenkostüm lange Zeit aber nicht so eng gestrickt war wie das von Piastri, führte der 24-Jährige beinahe die gesamte Saison das WM-Klassement an. Seit Mexiko aber nicht mehr.

Ausgerechnet im Jahresendspurt reißt Piastris Coolness ein, von seinem Selbstvertrauen ist aktuell kaum mehr was übrig. Was sich auch am Wochenende in Sao Paulo fortsetzte, gleich zweimal war der Australier in Unfälle verwickelt. Am Samstag im Sprint rutschte Piastri auf feuchtem Asphalt von der Strecke und schied aus - ausgerechnet Norris hatte zuvor Wasser auf die Ideallinie gespült, wohl unbeabsichtigt. Der Sprint war früh vorbei für Piastri, der schon vor dem Hauptrennen weitere acht Punkte auf Spitzenreiter Norris verloren hatte.

„Ich kann ja nicht einfach verschwinden.“ (Oscar Piastri über seine Kollision mit Kimi Antonelli)

Im anschließenden Qualifying fehlte ihm dann fast eine halbe Sekunde auf Norris' Bestzeit, eine weitere Niederlage. Was zur Folge hatte, dass Piastri nur als Vierter in den Großen Preis von Brasilien ging und mit aller Macht aufholen musste. Nach dem frühen Safety-Car-Restart verlor er bereits die Geduld. "Ich hatte einen wirklich guten Restart und bin nach innen gefahren. Ich habe mich ziemlich bequem auf der Innenseite positioniert, und es gab natürlich ein kleines Blockieren der Räder, aber ich konnte nicht weiter nach links fahren, als ich bereits war - ich kann ja nicht einfach verschwinden", reflektierte Piastri die Szene hinterher.

Piastri war nah an Vordermann Kimi Antonelli dran, bremste aber spät und quetschte sich in die Innenbahn. Piastri, Antonelli und Charles Leclerc fuhren zu dritt nebeneinander in Kurve eins, das konnte nicht gut gehen. Piastri fuhr Antonelli ins Auto und schob den Italiener in Leclerc, dem dadurch der Reifen platzte. Antonelli konnte immerhin weiterfahren, für die Kollision bekam Piastri aber eine Zehn-Sekunden-Strafe aufgebrummt.

Was seine Strategie maßgeblich beeinflusste. Piastri verlängerte seinen ersten Stint, acht Runden länger als Norris blieb er auf seinem Medium-Reifen, was ihm viel Zeit kostete, ehe er an der Box seine Strafe absaß. "Ich bin mir nicht sicher, ob wir die richtigen Entscheidungen getroffen haben", ärgerte sich Piastri, der von einem "schwierigen Nachmittag" sprach.

Denn er kam nur als Fünfter ins Ziel, wodurch Rennsieger Norris, der zum perfekten Zeitpunkt in Hochform ist, seinen Vorsprung in der WM-Wertung auf 24 Zähler ausbaute - bei nur noch drei ausbleibenden Rennen. War es das schon? "Was die Meisterschaft angeht, macht es meiner Meinung nach keinen Sinn, sich darüber den Kopf zu zerbrechen", gesteht sich Piastri ein. Eine Kampfansage klingt anders, seine aktuelle Form ist im Moment nicht weltmeisterlich. "Es gibt eindeutig einige Dinge, die wir klären müssen, also werde ich mich stattdessen darauf konzentrieren." Keinen einzigen Fehler darf sich der schmelzende "Iceman" mehr erlauben.