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Das einfache Flachstück als Schlüsselstelle beim Slalom

kicker

Mit "drei von zehn" wurde der Slalom-Hang bei Tanguy Nef beschrieben, wie der Genfer in der Medienrunde der Techniker (überliefert von 20 Minuten) erklärte. Auf diesem Hang geht es am Montag um Medaillen, die Schweizer sind dabei zumindest in der Mitfavoriten-Rolle. Einfach wird das Rennen aber nicht, aufgrund der einfachen Piste, vielleicht gar noch ein wenig schwieriger.

Schnell zu sein dürfte gar nicht so einfach werden

Tanguy Nef, der nach seinem Gold-Lauf in der Team-Kombination mit breiter Brust antritt, räumte im Vorfeld mit falschen Vorstellungen auf. Die niedrige Bewertung beziehe sich rein auf die Topografie und die Beschaffenheit des Schnees. "Das ist nicht sehr hoch, aber diese Bewertung bezieht sich auf die Streckenführung. Nicht auf die Schwierigkeit, dort schnell zu sein", stellte Nef gegenüber den anwesenden Medienvertretern klar.

Die Herausforderung im flachen Gelände von Bormio liegt im sogenannten "Gleiter-Gefühl". Im Slalom bedeutet das: Die Kanten müssen präzise, aber extrem kurz eingesetzt werden. Wer zu lange auf der Kante steht oder den Rhythmus in den sanften Wellen verliert, büsst sofort an Tempo ein, das auf dieser Piste kaum mehr gutzumachen ist. "Man muss Geschwindigkeit aufnehmen und sie in der Fläche halten können", präzisierte Nef.

Das "besondere Gefühl" als Trumpf

Dass Nef die Stelvio beherrscht, hat er bereits bewiesen. Sein Traumlauf in der Kombination, mit dem er Franjo von Allmen zu Gold verhalf und sich selbst zum Olympiasieger krönte, war eine Machtdemonstration. Dennoch bleibt der Genfer trotz seiner aktuellen Topform - in dieser Saison fuhr er unter anderem in Madonna di Campiglio bereits zur Halbzeitführung - vorsichtig.

Das Gefühl vom Montag müsse er konservieren. Damals gelang es ihm perfekt, den Ski auch in den unspektakulären Passagen laufen zu lassen. "Am Montag gelang das gut, und ich muss das einfach wieder so machen. Das war ein ganz besonderes Gefühl", bestätigte er im Gespräch nach dem Kombi-Sieg.

Die Lockerheit für den Erfolg

Im Gegensatz zu den berüchtigten Steilhängen wie in Adelboden oder Schladming wird in Bormio nicht die pure Aggressivität, sondern taktische Finesse entscheiden. Die Schweizer Trainer erwarten ein enges Rennen, in dem Hundertstelsekunden den Ausschlag geben werden. Für Nef wird es darauf ankommen, die Lockerheit des Kombi-Erfolgs mitzunehmen, ohne die Konzentration auf der vermeintlich "leichten" Piste zu verlieren. Sollte ihm das gelingen, könnte aus dem Schwierigkeitsgrad "drei" am Ende seine zweite Goldmedaille resultieren.