Die erste Schweizerin, die den Hang in Angriff nimmt, ist Malorie Blanc mit Startnummer 2. Die 21-Jährige zeigt eine angriffige Fahrt und kommt zwischenzeitlich nahe an die vor ihr gestartete Nina Ortlieb. Im Ziel verliert sie 28 Hundertstel auf die Österreicherin - es sollte sich als starke Fahrt herausstellen.
Nach Startnummer 4 ist dann auch die Österreicherin ihre Bestzeit los. Kira Weidle-Winkelmann zeigt vor allem im letzten Abschnitt eine starke Leistung und setzt sich eine Zehntelsekunde vor Ortlieb. Im Anschluss kommen auch die Trainings-Schnellsten und Top-Favoritinnen auch nicht an ihre Zeit heran.
Aus Schweizer Sicht kommt es dann bei Startnummer 9 zu einer tollen Geschichte. Nach 640 Tagen gibt Jasmine Flury ihr Comeback mit einer guten Fahrt. Zum Schluss ist sie zwar mit 1.04 Sekunden Rückstand am Ende des Klassements, darf aber sicher glücklich sein mit der Leistung.
Das Duell zwischen Österreich und Deutschland
Anschliessend beginnt das Zittern von Kira Weidle-Winkelmann dann doch noch. Erst hält ihre Bestzeit dem Angriff von Laura Pirovano stand, die Italienerin ist genau zeitgleich. Gegen die Fahrt von Cornelia Hütter sind dann aber auch diese beiden Fahrerinnen chancenlos. Die Österreicherin setzt sich mit einem Vorsprung von 16 Hundertstel an die Spitze.
Damit aber nicht genug. Direkt nach Hütter startet Shootingstar Emma Aicher, die erst im März ihr erstes Weltcuprennen gewinnen konnte. Die Deutsche erwischt einen fantastischen Start, verliert dann aber im Mittelteil einiges an Zeit. Dank eines starken Finishs setzt sie sich danach tatsächlich noch eine Hundertstelsekunde vor Hütter.
Wer nun denkt, schneller geht nicht mehr, der täuscht sich gewaltig. Mirjam Puchner beweist einmal mehr ihre starken Qualitäten im eher flacheren Bereich, distanziert die Konkurrenz oben um eine halbe Sekunde. Zwar verliert sie im Mittelabschnitt einiges an Zeit, kann aber schlussendlich 25 Hundertstel Vorsprung ins Ziel retten.
Eine überragende Speed-Queen ist zurück
Nach Puchner kommt Sofia Goggia nahe an die Bestzeit von Puchner heran, setzt sich auf den zwischenzeitlichen zweiten Rang. Zwischenzeitlich darum, weil direkt nach der Top-Gruppe Lindsey Vonn startet. Die Amerikanerin startet noch eher verhalten, zaubert danach aber eine Traumfahrt in den Engadiner Schnee. Bei einem sonst eher engen Rennen setzt sich die 41-Jährige mit 1.16 Sekunden Vorsprung vor die gesamte Konkurrenz.
Vonn war bereits im ersten Training die Schnellste und galt als eine der Top-Favoritinnen. Nadja Jnglin-Kamer setzte als Expertin in "The Snow Lodge" bereits die These auf, dass Vonn in St. Moritz bereits auf das Podest fährt, tippte sie allerdings auf den zweiten Rang. Auch Silvan Zurbriggen schätzte sie stärker ein als noch vor einem Jahr. Beide sollten Recht behalten.
Die grösste Überraschung folgt mit Startnummer 27
Dass die Strecke sicherlich nicht langsamer wird, zeigt sich dann bei Startnummer 26. Romane Miradoli zeigt eine starke Fahrt und reiht sich zwischenzeitlich auf dem fünften Rang ein. Nur eine Fahrerin später zeigt dann Magdalena Egger, was sie drauf hat. Von Beginn weg ist die Österreicherin gut mit dabei und setzt sich mit 98 Hundertstel Rückstand auf Vonn tatsächlich auf dem zweiten Rang ein.
Den Schweizerinnen gelingen unterschiedliche Leistungen. Janine Schmitt zeigt eine gute Fahrt und ist nach 30 Fahrerinnen auf dem 20. Rang klassiert. Noch etwas besser läuft es Jasmina Suter, die einen Steigerungslauf hinlegt und sich auf dem 16. Rang einreiht.
Priska Ming-Nufer kommt gar nicht auf Touren und verliert stetig viel Zeit. Sie verliert 3.12 Sekunden auf die Siegerzeit von Lindsey Vonn und reiht sich am Ende des Klassements ein. Delia Durrer ist nur eine Hundertstelsekunde schneller. Die Nidwaldnerin beginnt ganz ok, verliert aber in den letzten beiden Abschnitten noch viel Zeit.