Seit 1968 werden in Val d'Isère Weltcuprennen ausgetragen. Seither wurde gleich 51-mal die Schweizer Nationalhymne abgespielt, so häufig wie an keinem anderen Ort. Gleich mehrere Fahrerinnen und Fahrer konnten mehr als einmal jubeln. Wir schauen zurück auf die erfolgreichsten Schweizer Fahrerinnen und Fahrer seit 1997.
Übrigens durften die Schweizer noch zweimal häufiger jubeln: Bei der WM 2009 holten Didier Cuche (Super-G) und Carlo Janka (Riesenslalom) die Goldmedaille. Beide holten auch in der Abfahrt eine Medaille, Lara Gut-Behrami holte zwei Silbermedaillen.
Lara Gut-Behrami als Queen von Val d'Isère
Die meist dekorierte Vertretung von Swiss-Ski war in der kürzeren Vergangenheit Lara Gut-Behrami, wobei all diese Podestplätze vor der Hochzeit mit Valon Behrami zustande gekommen sind. Zweimal gewann die Tessinerin die Abfahrt, einmal den Super-G und einmal gar die Alpine Kombination. Hinzu kamen ein zweiter Rang im Riesenslalom und ein weiterer dritter Rang in der Abfahrt.
Marco Odermatt bald alleiniger König?
Was die Siege angeht, so ist Marco Odermatt gleichauf mit Gut-Behrami. In den letzten vier Jahren fanden jeweils nur Technikrennen statt, wodurch der Nidwaldner nur in vier Riesenslaloms an den Start gehen konnte. Diese gewann er allerdings alle, teils in beeindruckender Manier. Vor seinem ersten Sieg im Riesenslalom gab es auch Speed-Rennen, Odermatt konnte dabei allerdings nicht reüssieren.
Gute Vorzeichen im Slalom
Jahrelang war der Slalom die grosse Sorgendisziplin aus Schweizer Sicht. 2022 war Loïc Meillard als Dritter der erste Schweizer überhaupt, der auf das Slalom-Podest steigen durfte. Im vergangenen Dezember wiederholte er diesen Bronze-Platz. Nach einem enttäuschenden Saisonstart dürfte er also trotzdem guten Mutes nach Val d'Isère reisen.
Schweizer Erfolg auch vor Odermatt
2020 gingen zwei Speed-Rennen über die Bühne. Den Super-G gewann dabei Mauro Caviezel. Die Abfahrt entschied etwas überraschend Martin Cater für sich, Urs Kryenbühl konnte hinter Otmar Striedinger auf den starken dritten Rang fahren.
Was heute unvorstellbar scheint: Caviezel und Kryenbühl beendeten mit ihren Podestplätzen eine lange Durststrecke. Zuvor war Carlo Janka 2008 für den letzten Schweizer Männer-Podestplatz in Val d'Isère verantwortlich. Janka seinerseits beendete damals selbst eine Durststrecke, welche nach dem Sieg von Michael von Grünigen im Jahr 2002 auch sechs Jahre anhielt.
Von Grünigen gehört allgemein zu den erfolgreichsten Schweizern auf dieser Piste. Vor 2002 konnte er bereits 1997 und 2000 den Riesenslalom für sich entscheiden. Ebenfalls in dieser Zeit, 2001, stand auch Didier Cuche als Zweiter einmal auf dem Podest, Silvano Beltrametti wurde damals Dritter. Auch 2001 holte sich Sonja Nef den Sieg, ein Jahr später wurde sie Zweite.
Immer wieder erfolgreiche Schweizerinnen
In der langen Phase der Flaute der Herren waren die Frauen zur Stelle. 2009 gewann Fränzi Aufdenblatten vor Nadja Styger, ein Jahr später setzte sich Nadja Jnglin-Kamer vor Lara Gut-Behrami und hinter Lindsey Vonn auf den zweiten Rang. Jnglin-Kamer legte dann zwei Jahre später gleich nach, dieses Mal als Dritte hinter der Siegerin Gut-Behrami.
2013 gab es dann mit dem zweiten Platz von Gut-Behrami wieder Grund zum Jubel, viel wichtiger aus Schweizer Sicht war an diesem Wochenende allerdings der Sieg von Marianne Kaufmann-Abderhalden. Später waren Fabienne Suter (2015) und Michelle Gisin (2016) für weitere zweite Plätze verantwortlich, einzig Gut-Behrami war in dieser Zeit noch besser.
Eine vierjährige Durststrecke gab es aber auch auf Frauenseite nach dem letzten Sieg der Tessinerin. Erst 2020 gab es wieder Schweizer Freude, dafür gleich in allen drei Rennen des Wochenendes. Corinne Suter siegte in der ersten Abfahrt, war bei der zweiten Abfahrt und im Super-G anschliessend Zweite.
Die letzten drei Jahre waren dann auch abgesehen von Marco Odermatts Erfolgen helvetisch gut. 2023 gewann Jasmine Flury rund zehn Monate nach ihrem Weltmeistertitel ihre allererste Weltcupabfahrt. Dies tat sie vor Joana Hählen.
Gegen eine Frau kommen auch Odermatt und Gut-Behrami nicht heran
Zu Beginn des Artikels haben wir geschildert, dass wir nur bis 1997 zurückblicken. Eine Statistik war aber zu beeindruckend, um sie wegzulassen. Gleich siebenmal holte sich Marie-Therese Nadig auf dieser Strecke den Sieg, sechsmal davon in Folge. Zu diesen sieben Siegen kommen noch zwei dritte Plätze.